Bund soll Standortgemeinden entschädigen

In der Schweiz fehlt es an Asylunterkünften. Nun fordert Caritas-Direktor Hugo Fasel: Gemeinden, die sich melden, sollen vom Bund Geld erhalten.

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Der Widerstand gegen Asylzentren ist gross - hier ein Plakat in Schmidrüti im Zürcher Oberland. (Bild: Keystone)

Der Widerstand gegen Asylzentren ist gross - hier ein Plakat in Schmidrüti im Zürcher Oberland. (Bild: Keystone)

Caritas-Direktor Hugo Fasel bricht mit einem Tabu. «Eine Gemeinde, die Asylbewerbern Unterkünfte anbietet, sollte mit rund 10'000 Franken pro Asylplatz und Jahr entschädigt werden», sagt er im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag». Aufkommen dafür soll die Bundeskasse.

«Das schweizerische Parlament hat das Gesetz beschlossen, also soll der Bund auch dessen Umsetzung finanzieren», betont Hugo Fasel. Zudem spricht laut Fasel auch die Tradition des Lastenausgleich für diese Lösung: «Wer Leistungen für die Allgemeinheit erbringt, wird dafür entschädigt.» Das gelte für die Landwirtschaft, das könne man aber auch auf das Asylwesen ausdehnen.

Eine Abgeltung der Gemeinden könnte ganz schön ins Geld gehen. Bei 28'000 Asylbewerbern wie im vergangenen Jahr würde das Kosten von 280 Millionen Franken ausmachen – zusätzlich den 1,3 Milliarden Franken, die bereits heute an Kosten im Asylbereich anfallen. Hugo Fasel sieht darin kein Problem.

«Wir machen Revisionen, schaffen es aber nicht, sie umzusetzen, weil die Standortfrage für Unterkünfte nicht gelöst wird», sagt er in Anspielung an die Verschärfung des Asylrechts. Der Caritas-Direktor ist denn überzeugt: Die Schweiz käme mit der Umsetzung der verschärften Massnahmen im Asylbereich schneller voran, wenn sie die Standortgemeinden finanziell entschädigt als heute.

red

Das Interview mit Hugo Fasel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.