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Planung für Durchgangsbahnhof geht weiter – Viertelstundentakt Luzern-Zürich

Für knapp 12 Milliarden Franken will der Bundesrat bis 2035 das Schweizer Bahnnetz ausbauen. Auf der Liste steht unter anderem ein Viertelstundentakt Luzern - Zug - Zürich. Die Planung des Durchgangsbahnhofs Luzern wird vorangetrieben. Wie es anschliessend weiter geht, ist aber noch offen.
Passagiere strömen durch den Bahnhof Luzern (Archivbild Keystone)

Passagiere strömen durch den Bahnhof Luzern (Archivbild Keystone)

Am Mittwoch stellte der Bundesrat die Botschaft zum Bahn-Ausbauschritt 2035 für 11,9 Milliarden Franken vor.

  • Durchgangsbahnhof Luzern: Der Bundesrat verzichtet auf die vorgeschlagene Drittfinanzierung. Der Standortkanton Luzern hätte sich ablehnend geäussert, hiess es. Das Vorhaben könne aber mit Blick auf den nächsten Ausbauschritt konkretisiert werden. Die Finanzierung sei sichergestellt. «Auch wenn ein Durchgangsbahnhof bewilligt würde, er hat erst den Effekt, wenn der Zimmerbergtunnel realisiert ist», sagte Bundesrätin Doris Leuthard vor den Medien. Auch planerisch sei man beim Durchgangsbahnhof noch nicht soweit. «Der neue Zimmerbergtunnel sollte nicht zu vielen Einsprachen führen», so Leuthard. Dann sollte der Ausbau relativ schnell umgesetzt werden können. «Und die Luzerner sollen weiter Gas geben».
  • Im Moment nützt es nichts, da der Durchgangsbahnhof nur mit einem Zimmerbergtunnel Sinn macht. Doch: «Wir wollen das Projekt vorantreiben. Der Bedarf ist anerkannt.»
  • Luzern - Zug - Zürich: Der Bundesrat will bis 2035 den Viertelstundentakt ermöglichen.
Bundesrätin Doris Leuthard stellte die Ausbauschritte 2035 vor. (Bild: Peter Schneider / Keystone (Bern, 31. Oktober 2018))

Bundesrätin Doris Leuthard stellte die Ausbauschritte 2035 vor. (Bild: Peter Schneider / Keystone (Bern, 31. Oktober 2018))

In Personenzügen wird die Nachfrage bis 2040 um 51 Prozent steigen, und beim Güterverkehr erwartet der Bund bis in 22 Jahren eine um 45 Prozent höhere Nachfrage. «Das sind gewaltige Wachstumszahlen», sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard am Mittwoch in Bern vor den Medien. Der Bahn-Ausbauschritt 2035 sei unumgänglich.

Den Lötschberg-Ausbau nahm der Bundesrat nach der Vernehmlassung in den Ausbauschritt auf, wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) mitteilte. Zurzeit sind erst 15 Kilometer des 35 Kilometer langen Tunnels zweispurig befahrbar.

Der weitere Ausbau des Lötschberg-Basistunnels wird von der BLS seit Jahren gewünscht. Von der zweiten Röhre sind sechs Kilometer noch nicht gebohrt und 14 Kilometer zwar ausgebrochen, aber noch ohne Bahntechnik. Der bereits im Rohbau erstellte Teil soll nun bahntechnisch ausgerüstet werden. Damit können Züge von Bern ins Wallis alle halbe Stunde verkehren und alle Güterzüge durch den Basistunnel fahren.

Ebenfalls auf Grund der Vernehmlassung nahm der Bundesrat den Knoten St. Gallen ins Programm auf. Ziel des Projekts sind nicht umfangreiche Neubauten, sondern Anpassungen für eine bessere Koordination zwischen Fern- und Regionalverkehr.

Zusätzlich geplant sind auch Verbesserungen zwischen Basel, dem Jurasüdfuss und Genf. Es sollen direkte Züge ermöglicht und das Angebot durch den Jura verdichtet werden. Nicht berücksichtigt hat der Bundesrat die trinationale S-Bahn Basel ("Herzstück») und die Direktverbindung Aarau-Zürich.

Das Vorhaben in Basel sei wie jenes in Luzern en noch zu wenig ausgereift, sagte Leuthard. In Basel gebe es noch viele Fragen zur Verkehrsführung und zur Abstimmung des Projekts auf die Stadtplanung. Doch: «Wir wollen beide Projekte vorantreiben. Der Bedarf ist anerkannt.»

Bei der Verbindung Aarau-Zürich soll geprüft werden, ob eine Etappierung auf mehrere Ausbauschritte machbar ist. Für dieses Vorhaben wären laut Botschaft Investitionen von rund 7 Milliarden Franken nötig.

Im Personenverkehr soll der Ausbauschritt 2035 landesweit mehr Kapazität bringen, unter anderem mit neuen Halbstunden- und Viertelstundentakten. Dank weiterer zusätzlicher Massnahmen soll auf den Strecken Genf – La Plaine, Avry–Fribourg, Olten–Baden, Aarau–Zürich, Brugg–Zürich sowie Luzern–Zug–Zürich der Viertelstundentakt ermöglicht werden.

15 neue Haltestellen

Verbesserungen soll es auch bei den Verbindungen von Bern nach Interlaken BE und Brig und sowie um Lugano geben. In Bahnhöfen sind Ausbauten und Anpassungen zu Gunsten von Behinderten geplant. 15 neue Haltestellen sollen entstehen.

Mehr Kapazitäten und kürzere Fahrzeiten sind auch im Netz für den Güterverkehr vorgesehen, sowohl auf der Nord-Süd- als auch auf der Ost-West-Achse. Unter anderem werden die Verbindungen zwischen den Rangierbahnhöfen Limmattal und Lausanne ausgebaut und die Achsen von diesen Bahnhöfen in den Jurabogen und die Ostschweiz.

Standard- und Expressstrassen im Mittelland und im Raum Zürich sollen zudem helfen, die Einschränkungen für den Güterverkehr zu den Hauptverkehrszeiten zu beseitigen.

Investitionssumme erhöht

Der Bundesrat hatte bei Eröffnung der Vernehmlassung im September 2017 Ausbauten im Umfang von 11,5 Milliarden Franken bis 2035 vorgeschlagen. In der Botschaft erhöhte er die Bausumme für alle Investitionen um 400 Millionen Franken auf 11,9 Milliarden Franken.

Rund 8,2 Milliarden werden ins Netz der SBB investiert, weitere knapp 2,1 Milliarden in die Netze von Privatbahnen, darunter in den Ausbau des Lötschberg-Basistunnels.

In die Vernehmlassung gab der Bundesrat auch eine günstigere Variante mit Investitionen für 7 Milliarden Franken bis 2030, hatte sich aber schon damals ablehnend dazu geäussert. Diese Variante hat er nun ganz fallen gelassen. Die Beratungen zur Vorlage im Parlament finden voraussichtlich im kommenden Jahr statt.

Der Ausbau wird über den Bahninfrastrukturfonds (BIF) finanziert und ist haushaltsneutral. Diesen beschlossen Volk und Stände 2014 mit der Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (Fabi). Die rollende Planung sieht vor, weitere Investitionen zu prüfen und das Parlament über weitere Ausbauschritte befinden zu lassen. (sda/rem)

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