Meteorologie

Bundesrat plant einen Gratis-Zugang zu Meteo-Daten

Der Bundesrat will das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz auslagern. Gleichzeitig soll der Zugang zu Meteo-Daten kostenlos werden. Von diesen Massnahmen verspricht sich der Bundesrat tiefere Kosten für den Bund und insgesamt einen höheren volkswirtschaftlichen Nutzen.

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Bundesrat möchte Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie auslagern (Archiv)

Bundesrat möchte Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie auslagern (Archiv)

Keystone

Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass die Datenliberalisierung den Nutzen eines Wetterdienstes deutlich erhöhten, teilte das Eidg. Departement des Innern (EDI) mit. Dank Gratis-Zugang zu den Daten würden wetterabhängige Branchen wie Transport, Bauwesen, Tourismus und Energie häufiger auf Wetter- und Klimadaten zugreifen. Zudem würden die Dienste kundenfreundlicher.

Unternehmerischen Spielraum vergrössern

Durch die Auslagerung in die dezentrale Bundesverwaltung soll der unternehmerische Spielraum von MeteoSchweiz erhöht werden. Der nationale Wetterdienst müsse wegen des hohen Kostendrucks flexibel auf die laufend ändernden Kundenbedürfnisse reagieren können.

Um die Auslagerung vorzubereiten, hat der Bundesrat am Freitag das EDI beauftragt, bis Ende April 2011 einen Vernehmlassungsentwurf für eine Revision des Meteorologiegesetzes vorzulegen.

Dazu hat der Bundesrat bereits skizziert, wie er sich den Grundversorgungsauftrag von MeteoSchweiz vorstellt. So soll der nationale Wetterdienst Wetter- und Klimadaten erfassen, bereitstellen und verarbeiten. Zudem soll er Vorhersage-Modelle entwickeln und betreiben sowie die Forschung vorantreiben.

Zu den Aufgaben sollen auch Wetter-Warnungen und die Beratung des Bevölkerungsschutze sowie der Naturgefahrenstellen von Bund, Kantonen und Gemeinden gehören.

Ausserdem soll MeteoSchweiz eine Reihe gewerblicher Dienstleistungen anbieten, die der Wetterdienst zu Marktpreisen verrechnen soll. Davon verspricht sich der Bundesrat eine Steigerung des Eigenfinanzierungsgrades und damit tiefere Kosten für die Eidgenossenschaft.

Neuer Direktor

Im Hinblick auf die Auslagerung kommt es an der Spitze von MeteoSchweiz zu einem Personalwechsel: Der langjährige Direktor Daniel Keuerleber-Burk verlässt MeteoSchweiz. Sein Nachfolger heisst Christian Plüss. Er tritt das Amt nächsten Mai an.