BUNDESRATSFOTO: Das Imperium schlägt zurück

Die Kritik am Bundesrat kontert die Landesregierung mit einem offiziellen Foto in der Manier eines Filmplakats. Fürchten sollte sich aber niemand.

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Bild: pd

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Man wähnt sich vor einem Filmplakat der unendlichen Reihe «Krieg der Sterne»: Auf dem neuen Bundesratsfoto lacht Königin Doris Leuthard machttrunken von der Spitze der Pyramide, während ihr Vize Alain Berset mit der dunklen Seite der Macht liebäugelt, die den Ausdruck von Didier Burkhalter und Ueli Maurer bereits zu prägen scheint. Johann Schneider-Ammann bleibt nur ein seliges Lächeln im Gedenken an seine zerronnene Macht, Simonetta Sommaruga wirkt entrückt, als meditiere sie mit Master Yoda persönlich, und Guy Parmelin wähnt sich im falschen Film. Aus dem Rahmen fällt Bundeskanzler Walter Thurnherr, der dreinschaut wie ein treuherziger Hobbit aus der Konkurrenz-Filmserie «Herr der Ringe».

«Das Imperium schlägt zurück», signalisiert die Karte, die gestern am Ende eines Jahres erschienen ist, in welcher der Bundesrat harte Kritik einstecken musste, etwa für seine schwache Rolle bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und in der Europapolitik. Zu fürchten braucht sich vor dieser Landesregierung jedoch niemand. Nicht nur, weil niemand so recht zum Bösewicht taugt. Sondern weil die sieben Bundesräte und der Bundeskanzler erstmals seit 1993 nicht gemeinsam posieren. Das Foto, gestaltet vom Thuner Fotografen Beat Muhmenthaler, ist eine Collage von Einzelporträts über einem Band mit den Umrissen der acht Magistraten. Wir lernen: Den Krieg der Sterne führen die Bundesräte nicht miteinander – sondern in erster Linie gegeneinander. Möge die Macht mit ihnen sein.

(ffe.)

Hinweis

Das Bundesratsfoto in elektronischer Form sowie einen Blick in die Entstehung gibt es hier.