BUSSE: Greenpeace sucht Gespräch mit dem FC Basel

Die Uefa hat dem FC Basel wegen der Greenpeace-Protestaktion eine Busse auferlegt. Dies sei ungerechtfertigt, findet die Präsidentin der Umweltschutzorganisation.

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Die Greenpeace-Aktion beim Spiel FC Basel gegen Schalke am 1. Oktober. (Bild: Keystone)

Die Greenpeace-Aktion beim Spiel FC Basel gegen Schalke am 1. Oktober. (Bild: Keystone)

red. Greenpeace zeigt Mitleid mit dem FC Basel. Die Busse von 30 000 Euro sei «ungerechtfertigt», sagt Cécelie Bühlmann, die Stiftungsratspräsidentin von Greenpeace Schweiz, im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag». «Greenpeace bedauert die damit verbundenen Konsequenzen für den FC Basel», fügt Bühlmann an.

Die Disziplinarkommission der Uefa hatte den Schweizer Meister wegen der Greenpeace-Aktion bei der Champions-League-Partie gegen Schalke vom 1. Oktober mit einer Busse über 30 000 Euro (rund 37 000 Franken) bestraft. Vier Greenpeace-Aktivisten hatten sich vom Stadiondach des St. Jakob Park ab geseilt und ein riesiges gelbes Transparent ausgerollt, um gegen Öl-Bohrungen in der Arktis von Schalke- und Uefa-Sponsor Gazprom zu protestieren.

Der FC Basel hält sich rechtliche Schritte gegen Dritte offen. Betroffen sein von rechtlichen Schritten könnte Greenpeace. Doch bei der Umweltschutzorganisation will man es nicht so weit kommen lassen. «Unsere Organisation wird das Gespräch suchen mit dem FC Basel», kündigt Cécile Bühlmann an.

«Fall Marco Weber geht mir nahe»

Im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» nimmt die Präsidentin von Greenpeace Schweiz auch ausführlich Stellung zum Fall Marco Weber. Der 28-jährige Zürcher ist einer von insgesamt 27 Greenpeace-Aktivisten, die in Russland hinter Gittern sitzen. Sie hatten am 18. September versucht, eine Bohrinsel des russischen Gazprom-Konzerns in der Arktis zu entern, um auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung in dem Gebiet aufmerksam zu machen. «Der Fall geht mir als Verantwortliche von Greenpeace Schweiz extrem nahe», betont Cécile Bühlmann. Der Stiftungsrat von Greenpeace Schweiz habe Weber einen Brief geschrieben, Bühlmann selber hat auch Webers Vater geschrieben. Bühlmann: «Was Marco getan hat, war sehr mutig.»