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Cannabis-Legalisierung: Grundlage für Debatte fehlt

Dominik Weingartner über die legale Abgabe von Cannabis.
Dominik Weingartner
Dominik Weingartner (Bild: Pius Amrein, 11. April 2017)

Dominik Weingartner (Bild: Pius Amrein, 11. April 2017)

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) senkt den Daumen: Die Universität Bern darf kein Pilotprojekt für die legale Abgabe von Cannabis durchführen. Das ist zunächst einmal vor allem ein Dämpfer für die Befürworter einer Cannabis-­Legalisierung. Sie sahen im Versuch einen weiteren Schritt Richtung Hanf-Freigabe.

Dass dies das Ziel der Studie gewesen wäre, ist zwar nur eine Vermutung, aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Denn ein Feldversuch hätte dem Cannabis-Konsum sicherlich zu weiterer Akzeptanz verholfen. Doch das ist nicht das Relevante. Entscheidend ist, dass bei jeder Legalisierungsdiskussion die immer gleichen Argumente zur Hand genommen werden – und zwar von Befürwortern wie Gegnern. Während die Gegner fürchten, dass der Joint zum Feierabend so normal werde wie das Bier und die Köpfe unserer Jugend nachhaltig verneble, weisen Befürworter darauf hin, dass der Konsum von Cannabis trotz Verbot schon heute weitverbreitet sei und auch von grossen Teilen der Gesellschaft akzeptiert werde.

Es ist bedauerlich, dass sich diese Diskussion seit Jahren im Kreis dreht. Ein Grund dafür sind fehlende wissenschaftliche Grundlagen zur Auswirkung einer Legalisierung auf das Konsumverhalten und auf den Schwarzmarkt. Es bleibt somit immer eine Diskussion auf schwacher Faktenbasis. Dieses Manko in der Cannabis-Debatte wäre mit dem geplanten Feldversuch behoben worden. Dass das BAG den Ball nun der Politik und den Gerichten zuspielt, ist deshalb schade. Ob es für den Versuch wirklich eine Gesetzesänderung braucht, ist unter Juristen umstritten. Und so hat der Bund eine Chance verpasst, in der Cannabis-Diskussion einen Schritt voranzukommen.

Dominik Weingartner

dominik.weingartner@luzernerzeitung.ch

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