CHEFSACHE: An die Urnen!

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu

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Plakate, Spots, Inserate und Flyer erscheinen in höchster Kadenz. «Arbeitsplätze sichern. Schweiz stärken!»Oder: «Milliarden-Bschiss am Mittelstand!» Die Abstimmungsslogans sind überaus laut. Bürgerliche Befürworter und linke Gegner der Unternehmenssteuerreform (USR III) liegen sich leidenschaftlich in den Haaren. Insbesondere über die Höhe der – zumindest in einer ersten Phase – zu erwartenden Steuerausfälle bei Bund, Kantonen und Gemeinden wird heftig gestritten. Da wird mit Zahlen jongliert, ein zuverlässiger Überblick ist kaum mehr möglich.

Morgen in einer Woche stimmt die Schweiz mit der USR III über eine der bedeutsamsten Wirtschaftsvorlagen der letzten Jahre ab. Die Unternehmenssteuerreform ist nicht nur für internationale Grossfirmen entscheidend, sondern auch für die KMU, welche insbesondere das Zentralschweizer Wirtschaftsgefüge prägen. Gemäss aktuellen Umfragen wird es sehr eng mit dem USR-III-Entscheid, und die Stimmbeteiligung scheint tief auszufallen (Ausgabe vom Donnerstag). Das ist angesichts der Wichtigkeit des Abstimmungsgeschäfts eine unschöne Perspektive. Kommt hinzu, dass mit der erleichterten Einbürgerung von Ausländern dritter Generation eine weitere staatspolitisch brisante Vorlage ansteht. Anders als bei der Unternehmenssteuerreform kann sich hierbei der Stimmbürger auch nicht auf den Punkt stellen, dass die Thematik zu technisch, zu komplex sei.

«Les absents ont toujours tort», die Abwesenden sind immer im Unrecht. Oder frei formuliert: Wer jetzt nicht mitbestimmt, soll sich nachher nicht beklagen. In der Schweiz haben wir das Privileg, direkt über Sachfragen entscheiden zu können. Ab an die Urnen am 12. Februar!

Jérôme Martinu, Chefredaktor

jerome.martinu@luzernerzeitung.ch