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CHIASSO: Briefe vom Christkind kommen aus Chiasso

In einer Postfiliale in Chiasso beantworten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch dieses Jahr wieder tausende Weihnachtsbriefe von Kindern aus der Schweiz. Wie sie das anstellen, gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen der Schweiz.
Wer einen Brief ans Christkind einwirft, erhält auch eine Antwort. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Wer einen Brief ans Christkind einwirft, erhält auch eine Antwort. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Das Bankgeheimnis ist löchrig wie ein Emmentaler Käse und durch die ehemals geheimen Armeebunker unter dem Gotthardmassiv wandeln längst Touristen. In einer Welt, die Zweifel und Ungewissheit immer schwerer ertragen kann, scheinen Geheimniskrämer und Hüter des Verwunschenen zu einer aussterbenden Spezies zu gehören.

Im südlichsten Zipfel der Schweiz regt sich dagegen jedoch weihnachtlicher Widerstand: Die Schweizer Post beantwortet in Chiasso TI jedes Jahr rund 18'000 Briefe, die von Kindern aus der Schweiz und dem Ausland an das Christkind oder den Weihnachtsmann adressiert wurden. Wie sie diese Mammutaufgabe technisch bewältigen und ob Elfenhände dabei helfend eingreifen, darüber kann nur gemutmasst werden.

Christkind-Gehilfen und Geheimnishüter

Die Weihnachtsabteilung der Post in Chiasso sei für die Öffentlichkeit und Pressevertreter aus Gründen der Geheimniswahrung nicht zugänglich, erklärte eine Sprecherin der Schweizerischen Post auf Anfrage - Auskünfte würden allenfalls telefonisch erteilt.

Das Arbeitspensum der Postmitarbeitenden in weihnachtlicher Sondermission lässt zumindest an höheren Beistand glauben: Rund 96 Prozent der Briefe, welche aus allen Landesteilen nach Chiasso gelangten, würden beantwortet - in allen drei Landessprachen und gelegentlich auch auf Englisch, sagte ein Christkind-Helfer bei der Post auf Anfrage.

Die fleissigsten Briefeschreiber stammten aus der Romandie, gefolgt vom Tessin und der Deutschschweiz. «Die Romands legen ihren Briefen häufig alte Schnuller bei, das ist dort Tradition.»

Wunsch für die Wirklichkeit

In einigen Briefen liesse sich schon erahnen, welchen Beruf die Kinder später einmal ergreifen würden: Während ein Mädchen sich in diesem Jahr eine Lösung des Syrienkonflikts wünschte, versuchte es ein Bub mit einer Spitzfindigkeit: Er versah sein Schreiben mit einer leeren Unterschriftszeile - den signierten Brief solle der Weihnachtsmann ihm unter den Weihnachtsbaum legen, um so zu beweisen, dass er existiere.

Ausnahmen bestätigen auf ihre Art das Geheimnis: «Einige Kinder wissen, dass der Weihnachtsmann oder das Christkind im Dezember alle Hände voll zu tun haben und schreiben uns deshalb schon im Mai oder Juni», heisst es aus der Schreibstube der Post in Chiasso.

Doch umgestellt auf den Weihnachtsmodus wird in Chiasso erst Ende November. Bis Ende Dezember wird die Poststelle im Tessin beinahe alle der in diesem Jahr rund 18'300 Briefe beantwortet haben. Aber egal mit welchem Wunsch sich die Kinder an das Weihnachtssekretariat in Chiasso wenden, den Antwortbrief ziert immer eine Briefmarke der Poststelle Bern-Bethlehem.

sda

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