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«Man muss nicht hinterher dreckige Wäsche waschen»: Christoph Blocher kritisiert Aargauer SVP-Chefs nach Knatsch um Regierungsrätin

Der Fall Roth beschäftigt auch das SVP-Urgestein Christoph Blocher. In seiner Sendung «Teleblocher» nimmt er ausführlich Stellung und geht mit den Parteichefs der Aargauer SVP nicht zimperlich um.
Frederic Härri

Nach dem Debakel bei den Kantonsratswahlen rollten die Köpfe bei der Zürcher SVP. Präsident Konrad Langhart musste gehen, ebenso seine beiden Stellvertreter Gregor Rutz und Stefan Schmid. Den Wechsel an der Parteispitze soll einer forciert haben, der sich aus der aktiven Politik eigentlich zurückgezogen hatte: Christoph Blocher.

Der selbst bestreitet zwar, die Absetzung befohlen zu haben. Der Vorfall zeigte aber: Wenn es kracht bei der SVP, dann ist der Alt Bundesrat nicht weit. Nun, keinen Monat später, folgt also der nächste Knall. Dieses Mal im Aargau. Franziska Roth, die so heftig kritisierte Regierungsrätin, ist am Montag aus der Partei ausgetreten. Die Aargauer SVP reagierte mit einem aufsehenerregenden Schreiben, in dem sie Roth «Willen, Interesse und Talent» für das Regierungsamt abspricht.

Dieses Mal ist Blocher als Zürcher zwar nur Aussenstehender. Das hindert den SVP-Doyen aber nicht daran, in der aktuellen Ausgabe seiner Sendung «Teleblocher» deutlich zu werden. Zum Vorgehen der Aargauer SVP sagt Blocher (im Video oben ab Minute 10.44):

«Die Parteileitung hat so reagiert, wie man nicht reagieren sollte.»

Anstatt mitzuteilen, dass man den Austritt Roths bedauere, sei die SVP «scharf dreingeschossen».

«Das macht man nicht»

Auf diese Weise könne man keine Probleme lösen, so Blocher.

«Man muss nicht hinterher dreckige Wäsche waschen. Das macht man nicht.»

Was Blocher damit meint: Dass die SVP die Regierungsrätin in der Mitteilung etwa daran erinnert, dass «Arbeitsbeginn am Montagmorgen nicht erst um 10 Uhr sei» und ihr Desinteresse für die wichtigen Geschäfte und fehlende Präsenz an Sitzungen und Veranstaltungen vorwirft.

Thomas Burgherr, Parteipräsident SVP Aargau. (Bild: Keystone)

Thomas Burgherr, Parteipräsident SVP Aargau. (Bild: Keystone)

«Das ist ja billig»

Die Kritik des SVP-Urgesteins geht aber noch weiter. Blocher stösst sich vor allem auch daran, dass sich die Parteispitze beim Stimmvolk für ihre im Jahr 2016 beschlossene Nomination von Franziska Roth entschuldigt hat. «Das ist ja billig», sagt Blocher an die Adresse von Parteipräsident Thomas Burgherr und Fraktionspräsident Jean-Pierre Gallati. Ihn erinnere die Entschuldigung an die Beichte aus dem Katholizismus. «Im Sinne von: Man muss nur schnell beichten, dann ist die Sache für mich erledigt.» Die Partei ziehe sich damit aus der Verantwortung, meint Blocher.

Was sagt man bei der SVP Aargau zur Kritik aus Herrliberg? Auf Anfrage der AZ antwortet Thomas Burgherr schriftlich:

«Die Geschäftsleitung der SVP Aargau nimmt die Meinung von Herrn Blocher zur Kenntnis.»

Auch Jean-Pierre Gallati, der den Talk auf «Teleblocher« zwar selbst nicht gesehen, aber am Rande mitbekommen hat, will sich nicht näher äussern. Er sagt lediglich: «Ich rede nicht via Medien mit Herrn Blocher, sondern in persönlichem Kontakt.»

«Ich kenne Frau Roth nicht»

Blocher sagt im Gespräch mit «Teleblocher»-Moderator Matthias Ackeret, dass er nicht mit Franziska Roth sympathisiere. Er ist zwar wie Roths Ehemann Rolf André Siegenthaler (Berufsmilitär und ehemaliger Kantonsrat) Mitglied der Zürcher SVP. Blocher betont aber: «Ich kenne Frau Roth nicht persönlich.»

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