CVP-Fraktionspräsidium: Leo Müller will, Stefan Müller-Altermatt verzichtet

Der Luzerner Nationalrat Leo Müller will Nachfolger von Filippo Lombardi werden. Der Solothurner Stefan Müller-Altermatt nimmt sich aus dem Rennen.

Tobias Bär
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Seit November führt Leo Müller die CVP-Fraktion interimistisch. Nun will er die Aufgabe weiterführen.

Seit November führt Leo Müller die CVP-Fraktion interimistisch. Nun will er die Aufgabe weiterführen.

Peter Klaunzer, KEYSTONE

Bei den Wahlen vom 20. Oktober ist die CVP beim Wähleranteil hinter die Grünen auf Platz fünf zurückgefallen. Die «Mitte-Fraktion» aus CVP, EVP und BDP ist mit 31 Nationalräten und 13 Ständeräten aber die drittstärkste Gruppe im Parlament.

Nicht mehr Teil der Fraktion ist der bisherige Chef Filippo Lombardi. Nach 20 Jahren im Bundeshaus wurde er als Tessiner Ständerat nicht mehr wiedergewählt. Nun kümmert sich Lombardi um die Nachfolge. Er leitet die Findungskommission, welche die eingehenden Kandidaturen prüft. Interessenten sind angehalten, sich bis am Montag zu melden.

Zu den Anwärtern gehörte bisher der Solothurner Nationalrat Stefan Müller-Altermatt. Auf Anfrage nimmt er sich nun aber aus dem Rennen:

«Ich stehe aus familiären Gründen nicht zur Verfügung.»

Bereits früher abgesagt haben der Bündner Nationalrat Martin Candinas und die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter.

Ambitionen nachgesagt werden dem St. Galler Nicolo Paganini, obwohl er erst seit März 2018 im Nationalrat sitzt. Paganini hat kürzlich seinen Abgang als Olma-Direktor angekündigt, um sich in Bern noch stärker einbringen zu können. Paganini will sich nicht zu einer allfälligen Kandidatur äussern.

Herumgereicht wird zudem der Name Benedikt Würth, ebenfalls St. Galler und seit Juni im Ständerat. Allerdings ist Würth noch bis Ende Mai 2020 Mitglied der Kantonsregierung. Regierungsrat, Ständerat, Fraktionschef – das wäre wohl etwas zu viel. Würth sagt zu den Gerüchten um eine Kandidatur: «Da ist nichts dran.»

Soll der neue Fraktionschef im Nationalrat sitzen?

Als erster aus der Deckung wagt sich der Luzerner Nationalrat Leo Müller: «Ich werde kandidieren.» Müller war bisher Vizefraktionschef und ist nach Lombardis Abwahl interimistischer Präsident.

Nach Lombardi und dessen Vorgänger Urs Schwaller, der ebenfalls Ständerat war, hätte Parteipräsident Gerhard Pfister dem Vernehmen nach gerne einen Fraktionschef, der wie er im Nationalrat sitzt. Müller weist auf das gute Einvernehmen zwischen Pfister und ihm hin.

Im Interview mit dieser Zeitung sagte Pfister vor Wochenfrist, es brauche eine starke Persönlichkeit mit diplomatischem Geschick. «Und ich brauche einen starken Konterpart, auch als Korrektiv.» Die Wahl des neuen Fraktionschefs ist am 17. und 18. Januar geplant.

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