Kommentar

Der Bundesrat zeigt Führung beim Schutz unserer Gesundheit - nicht aber beim Schutz unserer Arbeitsplätze

Der Kommentar von CH-Media-Chefredaktor Patrik Müller nach dem ersten Tag unter den verschärften Corona-Bedingungen.

Patrik Müller
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Patrik Müller.

Patrik Müller.

Die Schweiz hat ihren ersten Tag unter Notstandsregime hinter sich. Dass es ein sonniger, frühlingshafter Tag war, machte ihn noch unwirklicher: Jetzt müsste man doch gemeinsam draussen im Café sitzen und die Kinder zum Fussballspielen schicken. Stattdessen Leere allenthalben. Doch diese Leere war ein gutes Zeichen: Bevölkerung und Gewerbe verstehen die bundesrätlichen Vorgaben und halten sich daran. «Da müssen wir jetzt durch», dieser Satz fällt immer wieder. Von Müttern und Vätern, die damit kämpfen, Job und Kinderbetreuung irgendwie zu organisieren. Von Senioren, die sich isoliert fühlen. Von Kleingewerblern, die seit Dienstag keinen Franken mehr einnehmen. Jeder weiss: Nichts ist nun wichtiger als die Gesundheit.

So führt der Bundesrat führt, wenn es um die Massnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus geht, so zaghaft wirkt er beim wirtschaftlichen Krisenmanagement. Anders als bei der Finanzkrise 2008, als Grossbanken wackelten, sind jetzt Tausende von Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben existenziell bedroht.

Hat der Bundesrat, hat Wirtschaftsminister Guy Parmelin den Ernst der Lage und die Dringlichkeit erkannt? Spätestens, seit das Konjunkturinstitut KOF der Schweiz eine Rezession prognostiziert, müsste allen klar sein: Es geht nicht ohne massive, schnelle und unbürokratische Hilfe zur Überbrückung der Stillstand-Phase. Das Geld ist bei Bund und Kantonen vorhanden. Worauf warten sie noch?