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Nach der Lawine auf der Schwägalp folgt das grosse Aufräumen

Über 180 Einsatzkräfte haben am Freitag auf der Schwägalp geholfen, die Schneemassen zu beseitigen. Die drei leicht verletzten Personen haben das Spital inzwischen verlassen – und sämtliche Gäste das Hotel. Die Aufräumarbeiten nach der Lawine dauern an.
Katharina Brenner
Keine Vermisstmeldungen: Dennoch sucht die Alpine Rettung nach Verschütteten. (Bild: Urs Bucher)

Keine Vermisstmeldungen: Dennoch sucht die Alpine Rettung nach Verschütteten. (Bild: Urs Bucher)

Die Sondierstangen der Alpinen Rettung klacken auf dem Asphalt unter dem Schnee. Die Männer nicken sich zu, dann gehen sie gemeinsam einen Schritt weiter, um die langen Stangen an der nächsten Stelle in den Schnee hinabzuführen. Geben sie einen Abschnitt frei, spuckt der Schneefräser den Schnee in Brocken aus. Über 180 Einsatzkräfte brachten am Freitag auf der Schwägalp Ordnung in das Chaos, das die Lawine am Donnerstagnachmittag angerichtet hatte. Auf einer Breite von 300 Metern donnerte sie vom Säntis herab, zerstörte Teile des «Säntis – das Hotel» und verschüttete über ein Dutzend Autos. Drei Personen wurden leicht verletzt. Sie wurden ambulant behandelt und haben das Spital wieder verlassen.

«Wir wurden von den Schneemassen überrascht», sagte Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn AG, am Freitagmittag bei einer Pressekonferenz. Und weiter, sichtlich bewegt:

«Wir sind dankbar, dass der Lawinengang keine schlimmeren Auswirkungen hat.»

Vattioni kämpfte mit den Tränen, als er den Einsatzkräften dankte. Vermisstmeldungen gebe es bisher keine.

«Wir wissen aber erst zu 100 Prozent, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind, wenn die Schneemassen weggeräumt sind.»

80 Personen seien am Donnerstagabend mit einem Shuttle ins Tal gebracht worden, 40 hätten die Nacht auf Freitag auf eigenen Wunsch im Hotel verbracht. «Die Sicherheit war gewährleistet», so Vattioni.

Meterhoch türmt sich der Schnee im Raum

Am Freitagvormittag dann wurden sämtliche Gäste ins Tal gebracht. «Derzeit sind nur noch Mitarbeitende vor Ort, die auch auf der Schwägalp wohnen und bei den Räumungsarbeiten helfen», sagte Vattioni am Mittag. Der Schwebebahnbetrieb und Hotel- sowie Restaurantbetrieb bleiben bis auf weiteres geschlossen. Ab Montag würden ohnehin die ordentlichen Revisionsarbeiten beginnen, so der Geschäftsführer. Der Betrieb sei dann sowieso eingestellt.

In Teilen des Restaurants sah es am Tag nach dem Lawinenniedergang immer noch so aus, als würden die akkurat angeordneten Tische mit dem Blumenschmuck nur darauf warten, dass sich gleich ein Gast setzt. Doch bereits einige Meter weiter waren Tische und Stühle unter dem Schnee verschwunden. Meterhoch türmte er sich im Raum. Mit roten Köpfen und orangefarbenen Westen schaufelten die Einsatzkräfte den Schnee unermüdlich aus den zerborstenen Fenstern hinaus ins Freie. Zur Höhe der Schäden könne er derzeit noch nichts sagen, meinte Vattioni. «Das hat jetzt auch absolut keine Priorität.»

Die Einsatzkräfte arbeiten sich auf der Schwägalp durch die Schneemassen – vor dem Hotel und im Hotel. (Bild: Urs Bucher)

Die Einsatzkräfte arbeiten sich auf der Schwägalp durch die Schneemassen – vor dem Hotel und im Hotel. (Bild: Urs Bucher)

Am Samstag gehen die Aufräumarbeiten weiter. Ein Auto – komplett zerbeult, mit abgefallenen Teilen, zerstörten Scheiben und mit Schnee gefüllt – wurde am Freitag bereits abtransportiert. Am Hoteleingang steht ein lädiertes Postauto, das von der Lawine gegen das Gebäude gedrückt wurde. Ein Wildhüter transportierte den Kadaver einer Gams ab, die unter der Lawine begraben worden war.

Die Zufahrt zur Talstation der Säntisbahn bleibt weiterhin gesperrt, die Schwägalpstrasse ist für den Verkehr seit Freitagmorgen wieder offen.

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