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Das muss der neue Konzernchef können

Doris Kleck

Der Post-Chefposten gilt als Schleudersitz. Jean-Noël Rey musste seinen Posten räumen, weil ihm Vetternwirtschaft vorgeworfen wurde. Sein Nachfolger Reto Braun verliess das Unternehmen nach 16 Monaten – weil er als schlechter Kommunikator galt. Michel Kunz blieb acht Monate, weil er mit Verwaltungsratspräsident Claude Béglé nicht klarkam. Und nun eben Susanne Ruoff, die über den Postauto-Skandal stolperte. Interimistisch übernimmt Ulrich Hurni, Leiter Post Mail, die Aufgabe. Hurni ist bereits 59 Jahre alt und als Nachfolger zu alt. Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller sagte am Montag, Hurni soll den Job nicht länger als fünf Monate machen.

Der Job ist anspruchsvoll. Die Post mit ihren 60000 Mitarbeitern steht vor grossen Herausforderungen. Wichtige Ertragspfeiler stehen unter Druck.

Interner, Externer oder ein Ausländer?

Susanne Ruoffs Ernennung zur Konzernchefin 2012 war eine Überraschung. Die IT-Managerin kam von aussen. Ihr Auftrag war es, die Post in die digitale Zukunft zu führen. Daran dürfte auch ihr Nachfolger gemessen werden. Ein Headhunter formuliert das Profil so: Entscheidend sei eine grosse Erfahrung in der Führung eines breit aufgestellten Konzerns: «Der neue Chef muss die ganze Klaviatur des Postkonzerns bespielen können.»

Dazu müsse er eine starke Empathie zum Regulator haben – also zum Bund und der Politik. «Der neue Konzernleiter darf den Service public nicht als Klumpfuss betrachten.» Offen ist, ob die Stelle intern oder extern besetzt wird. Nationalrat Thierry Burkart (FDP/AG) sagt, das sei unwichtig: «Wichtig ist, dass die geeignetste Person gewählt wird.» Aus der aktuellen Konzernleitung kommt jedoch nur Thomas Baur in Frage. Der 53-Jährige ist verantwortlich für das Poststellennetz und stieg 2016 in die Konzernleitung auf. Er ist unbelastet von der Postauto-Affäre – und leitet diese Sparte deshalb auch interimistisch. Baur ist verantwortlich für zwei heisse Dossiers und gilt als Mann für alle Fälle. Bei der Debatte um den Umbau des Poststellennetzes hat er politisches Gespür bewiesen.

Die möglichen Kandidaten in der Privatwirtschaft sind nicht dicht gesät. Emmi-Chef Urs Riedener gilt seit längerem als zu Höherem berufen. Als Chef eines Milchverarbeiters geht ihm das Politische nicht ganz ab. Riedener wäre ein kompletter Quereinsteiger im Postgeschäft.

Schwaller will sich auch im Ausland umschauen. Das hört Nationalrätin Edith Graf-Litscher (SP/TG) nicht gern: «Wichtig ist, dass der neue Chef, die neue Chefin Stallgeruch hat.» Die Thurgauerin erhofft sich, dass innerhalb der Post dem Service public wieder mehr Gewicht verliehen wird. Ähnlich äussert sich Martin Candinas (CVP/GR). Der neue Post-Chef müsse eine hohe politische Affinität haben. Zudem müsse dieser eine neue Firmenkultur etablieren: «Die Post braucht eine Kultur des Hinschauens, nicht des Wegschauens.»

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