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DAVOS: Trump als Highlight und als Schatten

Insgesamt 70 Staats- und Regierungschefs werden kommende Woche ans Weltwirtschaftsforum in Davos reisen. Überstrahlt wird deren Präsenz zweifellos von US-Präsident Donald Trump. Dies könnte sich als Problem entpuppen.
Richard Clavadetscher
Gründer Klaus Schwab stellte gestern das WEF-Programm vor. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Cologny, 16. Januar 2018))

Gründer Klaus Schwab stellte gestern das WEF-Programm vor. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Cologny, 16. Januar 2018))

Richard Clavadetscher

Das 48. World Economic Forum (WEF) 2018 von nächster Woche wartet nicht nur mit einem wiederum reich befrachteten Programm auf, sondern – erwartungsgemäss – mit zahlreichen Top Shots aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kunst sowie Kultur.

Prominentester Gast ist sicher der amerikanische Präsident Donald Trump, der allerdings erst am Ende des WEF sprechen wird. Aber auch der Beginn des Forums ist mit dem indischen Premierminister Narendra Modi prominent besetzt. Insgesamt 70 Staats- und Regierungschefs reisen kommende Woche nach Davos.

Trump wird eine grosse Delegation anführen, zu der auch Aussenminister Rex Tillerson, Finanzminister Steve Mnuchin, Handelsminister Wilbur Ross sowie der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer gehören. Was nun die Rede Trumps angeht, wollten die Teilnehmer des WEF wissen, was die Vision des amerikanischen Präsidenten für die globale Wirtschaft sei, sagte Borge Brende, der geschäftsführende Direktor des WEF, an der gestrigen Medienkonferenz in Genf.

Europa prominent vertreten

An dieser Medienkonferenz zeigte sich WEF-Gründer Klaus Schwab erfreut dar­über, dass Spitzenpolitiker fast aller europäischer Staaten am Treffen in Davos teilnähmen. Darüber hinaus werde EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ebenso wenig fehlen wie UNO-Generalsekretär Antonio Guterres. Und selbst gekrönte Häupter haben sich angekündigt: Die Teilnahme des spanischen Königs Felipe ist bestätigt.

Schwab betonte die Bedeutung des permanenten Dialogs und Austauschs für die Welt, wie er gerade am WEF stattfinde. Regierungen ebenso wie Unternehmen könnten nicht alleine mit den Herausforderungen der globalen Welt fertig werden, so Schwab. Der WEF-Gründer nannte zudem Davos als jenen Ort, «an dem man sich auf den G20- und den G7-Gipfel vorbereitet».

Nicht nur dies, auch der Nahe Osten wird in Davos zur Sprache kommen – neben der Palästina-Thematik insbesondere der Syrien-Konflikt. So sind denn auch prominente Spitzenpolitiker aus dieser Weltregion angekündigt, wie Brende ausführte. Brende erwähnte zudem die Herausforderung, das Wirtschaftswachstum und die Klimaproblematik unter einen Hut zu bringen. Deshalb sei es wichtig, dass in diesem Jahr auch die Führungsleute aus Afrika dabei seien. Aus diesem Kontinent sind etwa die Staatsoberhäupter aus Angola und Simbabwe angekündigt, aber auch Cyril Ramaphosa, der neu gewählte Parteichef der südafrikanischen Regierungspartei ANC.

Doch nicht nur um Politik und Wirtschaft wird es am WEF in Davos gehen. Bereits bekannt ist, dass die australische Schauspielerin Cate Blanchett, Bollywood-Star Shah Rukh Khan und der britische Musiker Elton John geehrt werden – Blanchett für ihren Einsatz für Flüchtlinge, John wegen seines Kampfs gegen Aids und Khan für den Einsatz für Frauen- und Kinderrechte in Indien.

Gefährlicher «Marketinggag»

Wie sehr die rund 400 Veranstaltungen am diesjährigen Davoser Weltwirtschaftsforum angesichts des Besuches des amerikanischen Präsidenten überhaupt wahrgenommen werden und Strahlkraft entwickeln können, wird sich zeigen. Oliver Classen von Public Eye, früher Erklärung von Bern, sagt es auf Anfrage so: «Klaus Schwab freut sich, dass der amerikanische Präsident nach Davos kommt. Das muss er ja auch.» Ob dies aber am Ende gut kommt? Classen verweist etwa darauf, dass der amerikanische Finanzminister Steve Mnuchin bisher nicht einmal wusste, dass dieses WEF existiert, geschweige denn, wofür es steht: «So viel zur Ahnungslosigkeit der amerikanischen Delegation.»

«Es stellt sich zudem die Frage, ob Schwab mit Trump nicht ein Trojanisches Pferd in die Davoser Festung holt», so Classen weiter. Schwabs Marketing-Coup habe nämlich durchaus das Potenzial, sich als Schuss, der nach hinten losgeht, zu entwickeln. So schliesst Classen angesichts des schon jetzt übergrossen Interesses am Trump-Besuch in Davos nicht aus, dass der Auftritt des US-Präsidenten allenfalls so viel Aufmerksamkeit generieren könnte, dass der ganze Rest der Davoser Veranstaltung daneben verblasst. Dies wiederum wäre nicht nur nicht im Sinne des Veranstalters und seiner Geldgeber, sondern wohl ebenso wenig der anderen prominenten Gäste der 48. Austragung des WEF.

Gästeliste des WEF 2018. (Bild: Grafik: mop)

Gästeliste des WEF 2018. (Bild: Grafik: mop)

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