Dem 33 Jahre alten Cupfluch endlich den Garaus machen

Nach dem Saisonstart 20/21 mit der Champions-League-Qualifikation und einem 3:1-Sieg über Klaksvik von den Färöer Inseln beenden die Young Boys am Sonntag die Spielzeit 19/20 mit dem Schweizer Cupfinal gegen den FC Basel.

Markus Brütsch
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Nachdem sie am 3. August den Meisterkübel in den Händen hielten, wollen Guillaume Hoarau (links) und Marco Wölfli nun auch noch die Cuptrophäe in die Höhe stemmen.

Nachdem sie am 3. August den Meisterkübel in den Händen hielten, wollen Guillaume Hoarau (links) und Marco Wölfli nun auch noch die Cuptrophäe in die Höhe stemmen.

Keystone

Es hat schon jede Menge verschiedener Finalpaarungen gegeben, noch nie in 94 Austragungen des Schweizer Cups sind sich aber die Young Boys und der FC Basel in einem Endspiel begegnet. Eine erstaunliche Faktenlage, wo doch die beiden Vereine zusammengerechnet schon 36 Mal einen Final bestritten haben. Bei YB schauten dabei in 14 Einsätzen sechs Siege heraus, beim FCB in 22 Finals 13 Titel. Während Rotblau aber allein in diesem Jahrtausend acht Mal den Cup gewann, lechzt Gelbschwarz seit 33 Jahren nach einem Gewinn dieser Trophäe. Noch länger ist es her, nämlich 62 Jahre, seit die Berner letztmals das Double holten. Die Basler schafften dies seit 2002 bereits fünf Mal.

Wie in der Meisterschaft, in der die Young Boys 2018 nach 32 Jahren dem Warten auf den ersehnten Titel ein Ende setzen konnten, wollen sie nun in der letzten Partie der Saison 2019/20 auch im Cup die lange Durststrecke beenden. Kurios: Nachdem sie ihren dritten Meistertitel in Folge schon vor vier Wochen gefeiert hatten, begann für sie am Mittwoch mit der 2. Qualifikationsrunde zur Champions League bereits die Saison 2020/21. Nach dem 3:1 gegen Klaksvik von den Färöer Inseln erfahren sie am Montag, gegen wen sie Mitte September in der 3. Runde anzutreten haben.

Ohne den nicht spielberechtigten Maceiras

Zuerst aber schliessen sie nun am Sonntag noch die alte Spielzeit ab mit Spielern wie Marco Wölfli und Guillaume Hoarau, die in der nächsten Saison nicht mehr dabei sind. Aber ohne Akteure wie dem vom FC Sion verpflichteten Quentin Maceiras und dem vom FC Thun geholten neuen Ersatzkeeper Guillaume Faivre. Beide sind im Cup nicht spielberechtigt.

Gestern Freitag aber standen alle, die nicht gerade wie Meschack Elias verletzt oder Roger Assalé in Quarantäne sind, im Training auf dem Kunstrasen des Wankdorfstadions: vier Torhüter, 21 Feldspieler. Bereits nicht mehr da waren indes Jordan Lotomba (Transfer zu Nice) sowie Saidy Janko und Frederik Sörensen, die nach Ausleihen beide zu ihren Klubs Porto und Köln zurückgekehrt sind.

Wölfli und Hoarau würdig verabschieden

Natürlich hat Cheftrainer Gerardo Seoane deswegen den Überblick nicht gleich verloren. Wie ihn auch die drei Fälle der positiv auf das Coronavirus getesteten Staffmitglieder - einer ist der ersten Mannschaft zugehörig, zwei arbeiten im Nachwuchs - nicht aus der Fassung bringen. Er hofft nun einfach, dass die bereits zu Lebzeiten zu Legenden avancierten Hoarau und Wölfli einen würdigen Abschluss ihrer YB-Zeit erleben. Weil wegen Corona unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt wird, sind die offiziellen Verabschiedungen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt worden.
Gerade im Fall des langjährigen Goalgetters Hoarau, der gerne bei YB geblieben wäre, aber keinen neuen Vertrag erhielt, malt sich Seoane gerne ein Szenario aus, in welchem der Franzose als Joker das entscheidende Tor schiesst. Für die Startformation kommt er nach der mehrwöchigen Verletzungspause jedoch nicht infrage.