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14-jähriger Syrer schlug fünf- bis sechsmal auf seine Lehrerin ein – er fiel schon vorher negativ auf

Der Jugendliche aus Möriken-Wildegg sprach viel vom Koran und wies auf dem Pausenplatz Mädchen an, sich anständiger zu kleiden.
Nadja Rohner
Ein jugendlicher Syrer prügelte auf seine Lehrerin ein. (Symbolbild) (Bild: zvg)

Ein jugendlicher Syrer prügelte auf seine Lehrerin ein. (Symbolbild) (Bild: zvg)

Der Fall hat schockiert: Letzte Woche machte die Aargauer Zeitung publik, dass in Möriken-Wildegg ein Schüler der Schule Chestenberg seiner Lehrerin mit einem Faustschlag den Kiefer gebrochen hatte.

Dies, als sie kontrollieren wollte, ob der syrische Realschüler ein Messer dabei habe - wie er es schon in der Vergangenheit getan hatte.

Nun hat sich auch "Weltwoche"-Journalist Alex Baur des Falles angenommen. Gemäss seinen Recherchen handelt es sich bei "M." um einen 14-Jährigen.

Er stamme aus einer kinderreichen syrischen Familie, die vor rund fünf Jahren in die Schweiz gekommen sei und die von Sozialhilfe lebe. Er spreche gut Deutsch und werde als "durchaus intelligent, selbstbewusst und schlagfertig" beschrieben.

Doch "M." spreche seit geraumer Zeit oft vom Koran. Auch soll er Mädchen aus dem Schul-Umfeld "im Namen Allahs" aufgefordert haben, sich züchtiger zu kleiden und zu verhalten. In diesem Zusammenhang soll er auf dem Pausenplatz des Schulhauses Hellmatt mit einem Dolch herumgefuchtelt haben. Dies hat laut "Weltwoche" dazu geführt, dass er jedes Mal seine Taschen leeren musste, bevor er das Schulzimmer betreten durfte.

Zwei Tage in U-Haft

Bei einer solchen Kontrolle kam es offenbar zum Übergriff auf die Lehrerin. Diese habe den Schüler nicht berührt, sondern ihn lediglich aufgefordert, ihr den Inhalt seiner Taschen zu zeigen. Der Teenager sei daraufhin auf sie losgegangen und gemäss Augenzeugen, auf die sich der "Weltwoche"-Autor beruft, fünf- bis sechsmal mit der Faust und der Handkante auf die 62 Jahre alte Lehrerin eingeschlagen haben.

Als sie floh, soll er sie noch getreten haben. Die Mutter zweier erwachsener Söhne stand unmittelbar vor der Pensionierung. Wie die "Weltwoche" aus ihrem Umfeld erfahren hat, stehe sie immer noch unter Schock.

Der Syrer konnte kurz nach der Tat festgenommen werden. Der Jugendliche ist auf freiem Fuss, nachdem er zwei Tage in der Untersuchungshaft verbringen musste. Die Jugendanwaltschaft ermittelt.

Was mit ihm passiert, ist unklar. An die Kreisschule Chestenberg wird er nicht zurückkehren. Laut "Weltwoche" wurde einer seiner Freunde, ebenfalls Syrer, "bereits vor einem Jahr wegen disziplinarischer Probleme von der Schule gewiesen und einem Sondersetting ausserhalb des Schulkreises Chestenberg zugeführt".

André Schärer, Schulpfleger der Kreisschule Chestenberg, will auf Anfrage der AZ die auf anonyme Quellen abgestellte Recherche der «Weltwoche» weder bestätigen noch dementieren. Bestätigen könne er aber, dass der Syrer bereits im Vorfeld aufgefallen war. So hat auch Schärer davon gehört, dass «M.» Mädchen auf dem Pausenplatz angewiesen haben soll, sich anständiger zu kleiden:

«Es gibt wohl gewisse Anzeichen dafür, dass er nicht mit der Art und Weise einverstanden ist, wie wir unsere Kultur pflegen.»

In den Medien und im Dorf geistert das Gerücht herum, wonach die verletzte Lehrerin lange habe im Spital bleiben müssen. Schärer betont, das sei nicht der Fall. «Der Montag nach dem Vorfall war schulfrei. Am Dienstag wurde der Vorfall in der betroffenen Klasse zusammen mit der Schulheilpädagogin thematisiert.

Da war die Lehrerin bereits für ein paar Stunden anwesend. Von Mittwoch bis Freitag hat sie die Klasse wieder betreut.» Schärer möchte jedoch nicht falsch verstanden werden: «Ich will den Vorfall nicht herunterspielen, er ist gravierend und wird aufs Schärfste verurteilt.»

Schulpfleger: «Wir dürfen nicht mehr informieren»

Es hat eine Woche gedauert, bis der Vorfall publik wurde. Der Schulpfleger betont jedoch, man habe den Vorfall keinesfalls unter den Teppich kehren wollen: «Passiert ist es am Freitag, 28. Juni. Der Tag vor dem Jugendfest. Noch am selben Abend habe ich mit der Schulpflege-Präsidentin und dem Gesamtschulleiter die Kommunikationsstrategie beschlossen – es wurde entschieden, die Schülerinnen und Schüler und Eltern aktiv zu informieren, die Medien nur auf Nachfrage und im Rahmen der Möglichkeiten.»

Natürlich sei am Jugendfest geredet worden, und die Schulpflege habe sich anhören müssen, man wolle etwas verheimlichen. «Das stimmt nicht. Wir haben in der Woche nach dem Jugendfest einen Elternbrief geschrieben. Uns sind die Hände gebunden, weil die Jugendanwaltschaft ermittelt. Selbst wenn wir gerne mehr informieren wollten – wir dürfen nicht.»

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