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«Der Beschuldigte ist nicht wirklich kooperativ»: Staatsanwaltschaft zum Missbrauchsfall in St.Galler Kita

Ein ehemaliger Mitarbeiter einer St.Galler Kindertagesstätte steht im Verdacht, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Dies zum Teil auch während seiner beruflichen Tätigkeit. Roman Dobler, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft St.Gallen, beantwortet die dringendsten Fragen.
Noemi Heule

Wann haben sich die sexuellen Übergriffe in der Kita ereignet?

Roman Dobler: Die konkreten Zeitangaben sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Natürlich haben wir einen konkreten Tatzeitraum im Fokus. Allerdings müssen wir diesen noch verifizieren.

Kann ausgeschlossen werden, dass weitere Kinder der betreffenden Tagesstätte betroffen sind?

Roman Dobler, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft St.Gallen.

Roman Dobler, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft St.Gallen.

Wir stehen mit den Eltern der betroffenen Buben in Kontakt. Mit absoluter Sicherheit können wir dies nicht ausschliessen, zumal wir nicht wissen,ob der mutmassliche Täter, die mutmasslichen sexuellen Handlungen immer gefilmt oder fotografiert hat. Die mutmasslichen Opfer, die zum Tatzeitpunkt meist erst rund 18 Monate alt waren, könnten nicht befragt werden. Ausserdem ist der Beschuldigte nicht sehr kooperativ.

Sie schreiben in einer ersten Medienmitteilung, dass die sexuellen Übergriffe sich teilweise «im privaten Rahmen» ereigneten. Der Verdächtige war auch als Babysitter tätig. Sind diese Übergriffe im Rahmen dieser Tätigkeit geschehen oder im privaten Umfeld des mutmasslichen Täters?

Nach momentanem Kenntnisstand im privaten Umfeld.

Sind weitere Personen involviert oder handelt es sich um einen Einzeltäter?

Nach momentanem Kenntnisstand gibt es nur einen Beschuldigten.

Weiter schreibt die Staatsanwaltschaft, die Bilder seien sexuell motiviert. Was muss sich der Laie darunter vorstellen?

Darunter sind Aufnahmen zu verstehen, die für den Beschuldigten einen «sexuellen Wert», aber keine eigentlichen sexuellen Handlungen beinhalten. Das sind beispielsweise Nacktbilder.

Was heisst sexuelle Handlungen an einem zweijährigen Kind? Können Sie das spezifizieren?

Ich kann nichts ins Detail gehen. Ich kann lediglich dazu sagen, dass auf den mutmasslich selbst hergestellten Videos – die uns vorliegen – keine Penetration zu sehen ist und dass den Buben kein körperlicher Schmerz zugeführt wurden, was die mutmasslichen Taten aber nicht harmlos macht.

Wo stehen die Ermittlungen zur Zeit, welche Fragen sind noch offen?

Es stehen unter anderem noch weitere Einvernahmen an, insbesondere mit dem Beschuldigten und den betroffenen Eltern. Ferner wird der Beschuldigte forensisch-psychiatrisch begutachtet. Wir rechnen derzeit mit einer Anklage Ende Jahr.

Weiter heisst es, dass mehrere 10'000 Bilder sichergestellt wurden. Wie werden diese ausgewertet? Wie verlaufen diese Ermittlungen und die Zusammenarbeit zwischen der Cyber-Einheit der Polizei und den Spezialisten für Sexualdelikte?

Zu Vorgehensweisen geben wir grundsätzlich keine Auskunft. Wir wollen uns nicht in die Karten schauen lassen. Täter oder potenzielle Täter sind lernfähig.

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