Der Black Friday boomt – und stösst auf Kritik

Der Rabattrausch erfasst auch die Schweiz, doch kritische Stimmen mehren sich. Die Onlineplattformen stossen derweil an ihre Grenzen.

chm/sda
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Gegen übermässigen Konsum: Klimaaktivisten bei einer Demo in Bern.

Gegen übermässigen Konsum: Klimaaktivisten bei einer Demo in Bern.

Bild: Marcel Bieri/Keystone ((Bern, 29. November 2019)

Black Friday, Cyber Monday: Die Schweiz verwandelt sich dieser Tage in ein Land der Schnäppchenjäger. Der Trend aus den USA ist auch hierzulande angekommen.

Vor allem Elektronikartikel sind begehrt, doch auch andere Branchen springen auf. So gab es etwa die Autoversicherung von Zurich zum halben Preis. Auch die SBB-Cateringtochter Elevetino machte mit. In ihren Speisewagen kosteten Essen und Getränke gestern nur die Hälfte.

Verschiedene Anbieter meldeten einen Ansturm. Die Nachfrage sei «enorm», heisst es etwa bei der Coop-Tochter Microspot. Nach Schätzungen der Marktforscher vom GfK-Institut geben die Schweizer in den Tagen rund um Black Friday rund 310 Millionen Franken aus, Tendenz steigend.

Die Bedeutung des Black-Fridays spiegelt sich auch im Werbemarkt, wo der Preis für Onlinewerbung um 30 Prozent anstieg. Die Onlineplattformen bringt der Rabattrausch an ihre Grenzen. Früher brachen die meisten Seiten zusammen, heute sind sie vorbereitet. Der Onlinehändler Digitec-Galaxus etwa hat viele Dienste auf die Cloud verschoben, wie ein Sprecher sagte.

Zu Spitzenzeiten würden falls nötig auch gewisse Dienste zurückgefahren. Die Massnahmen zeigten auch Wirkung: «Unsere Shops sind bisher grösstenteils stabil geblieben.» Allerdings kam es bei Digitec-Galaxus zu einem Datenleck. Im Internet kursierten Listen zu den geplanten Aktionen. Offenbar wollten Mitarbeiter Freunden einen Gefallen tun.

Hunderte Demonstranten protestierten in Bern

Mancher Händler stellt sich indes gegen den Black-Friday-Trend. Auch unter den Klimaaktivisten formiert sich eine Gegenbewegung. Sie gingen gestern unter dem Motto «Green Friday statt Black Friday» in verschiedenen Schweizer Städten auf die Strasse.

In Bern nahmen mehrere hundert Personen an der Demonstration teil, um ein Zeichen gegen überflüssigen Konsum auf Kosten der Umwelt zu setzen.