Der Globetrotter-Chef macht mit seinem Sohn Ferien in den USA – und das SRF bezahlt

Das Schweizer Fernsehen schickt mehrere Prominente für eine neue «DOK»-Serie auf Reisen. Auch dabei: Globetrotter-Chef André Lüthi, der mit Jeep und Harley Davidson die kalifornische Landschaft erkundet. Ausgaben fallen für ihn keine an.

Benjamin Weinmann
Drucken
Teilen
Globetrotter-CEO André Lüthi in seinem Büro in Bern. (Archivbild)

Globetrotter-CEO André Lüthi in seinem Büro in Bern. (Archivbild)

Keystone

Diese Gratis-Werbung kann die Schweizer Reisebüro-Branche derzeit gut gebrauchen: Ab Ende August strahlt SRF eine neue «DOK»-Serie aus mit dem Titel «Ferien wie früher». Vier Episoden lang begleitet das Fernsehen fünf bekannte Persönlichkeiten auf ihren Reisen zurück an den Ort der ersten Ferien.

Zu den Protagonisten gehören Ex-Miss-Schweiz-Organisatorin Karina Berger, Musiker Chris von Rohr, die beiden ehemaligen SBB-Manager Jeannine Pilloud und Benedikt Weibel – und André Lüthi, Gründer und Chef des Reisekonzerns Globetrotter. Immer mit dabei: Ein Kind oder Enkelkind. Bei Lüthi ist es sein 18-jähriger Sohn Levin, der mit seinem Vater dessen erste USA-Reise nach Kalifornien von 1982 wiederholte, inklusive Autostopp von Zürich nach London.

Lüthi und Sohn Levin genossen die von SRF finanzierten Ferien in Kalifornien. Im «Sonntagsblick» sprach der Reisebüro-Chef über sein Abenteuer.

Lüthi und Sohn Levin genossen die von SRF finanzierten Ferien in Kalifornien. Im «Sonntagsblick» sprach der Reisebüro-Chef über sein Abenteuer.

Ausriss «Sonntagsblick»

Weniger als 80'000 Franken pro Sendung

Ein Reisebüro-Chef und andere gutbetuchte Promis auf Fernseh-Reise – da stellt sich die Frage: Wer bezahlt den Nostalgietrip? Auf Anfrage von CH Media sagt ein SRF-Sprecher, dass alle Kosten vom Sender getragen werden und Teil des regulären Budgets der Serie seien. Einen Sendungssponsor gebe es nicht.

Zu den einzelnen Budgetposten macht das SRF keine genauen Angaben. Einzig: 2019 habe eine «DOK»-Folge im Schnitt 80'000 Franken gekostet. Die Serie «Ferien wie früher» sei aber eine vergleichsweise günstig produzierte «DOK»-Serie, deren durchschnittliche Kosten tiefer sein dürften, so der Sprecher.

Jeep und Harley Davidson mit Serafe-Gebühren

Einige Ausgabeposten der Reise von André Lüthi und seinem Sohn sind jedoch bereits bekannt. Denn der «Sonntagsblick» berichtete in einer Vorschau über die Reise des Unternehmers – inklusive Ferienbildern, auf der Vater und Sohn «auf grosser Fahrt» auf einer gemieteten Harley zu sehen sind. Hinzu kommen Flugtickets von London nach San Francisco und Unterkunftskosten. Zudem legten die beiden ab San Francisco mit einem Jeep 2000 Kilometer zurück und besuchten das Monument Valley und den Grand Canyon.

Lüthi war in den letzten Monaten während der Corona-Krise gleich mehrfach Gast bei SRF und Botschafter seiner Branche: Er sprach in der «Sternstunde Philosophie», in der «Samstagsrundschau», im «Club» und in «Standpunkte Bilanz». Dem 59-Jährigen gefiel die vom SRF bezahlte Reise übrigens, wie er dem «Sonntagsblick» vorab verriet: «Heutzutage ist alles viel reglementierter als 1982 Aber die Natur ist immer noch genauso grandios.» Dank den Reisespesen von null Franken, dürfte der Trip ebenfalls in guter Erinnerung bleiben.

Mehr zum Thema