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Kommentar

Der olympische Glanz ist verblasst

Der Traum von Olympischen Winterspielen in der Schweiz ist vorbei, bevor er richtig angefangen hat: Das Walliser Stimmvolk sagt Nein zu Sion 2026.
Dominic Wirth
Dominic Wirth, Inlandredaktor

Dominic Wirth, Inlandredaktor

70 Jahre, so lange ist es mittlerweile schon her, dass in der Schweiz Olympische Winterspiele ausgetragen wurden. Seit Sonntag ist klar: Das Warten auf einen Nachfolger für St.Moritz geht weiter, eine ganze Weile noch. Denn auch mit Sion 2026 wird es nichts, das Projekt ist gescheitert, und das schon an der allerersten nennenswerten Hürde: Das Walliser Volk hat es am Sonntag verworfen. 54 Prozent sagten Nein zu den 100 Millionen Franken, mit denen sich der Kanton maximal beteiligen wollte.

Der Weg von Sion 2026 geht damit zu Ende, bevor er richtig angefangen hat, und ein wenig bedauerlich ist das schon. Die Walliser Kandidatur hätte die Winterspiele wieder einmal zurückgebracht ins Herz der Alpen. Dorthin, wo einst alles anfing, mit Chamonix 1924. Es wären Spiele ohne jeden Gigantismus geworden, ganz im Gegensatz zu den letzten Ausgaben in Pyeongchang und Sotschi, ganz im Gegensatz auch zur nächsten in Peking. Im Wallis hätte man keine Stadien aus dem Boden gestapft und auch keine Skipisten durch unberührte Landschaften gewalzt. Das alles hätte ganz gut gepasst zur Agenda 2020 des IOC. Mit ihr hat sich das Internationale Olympische Komitee eine Rückkehr zur Vernunft verordnet.

In der Schweiz hat das Volk nun viermal in Folge Nein gesagt zu einer Olympia-Kandidatur; vor den Wallisern legten die Bündner 2017 und 2013 sowie die Berner 2002 ihr Veto ein. Und doch hat diese jüngste Abfuhr eine besondere Note, denn im Wallis begegnete man Olympia 1994 und 1997 noch mit mehr Enthusiasmus. Dass jetzt alles anders ist, lag wohl primär am 100-Millionen-Preisschild. Wenn nun selbst im Wallis Olympia-Pläne scheitern, zeigt das indes noch etwas Anderes: Die Erzählung vom olympischen Glanz, den das Sportfest mit der weltweiten Ausstrahlung auch auf den Gastgeber wirft, verfängt in hiesigen Breitengraden kein bisschen mehr. In der Stadt Sion, deren Namen die Spiele in die Welt getragen hätten, sagten 61 Prozent der Stimmbürger Nein. Am IOC-Sitz in Lausanne, eine Reisestunde entfernt nur, muss das zu denken geben.

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