Von Zürich nach Davos: Trump mit Doppelgänger und Blutkonserven unterwegs

Heute landet US-Präsident Donald Trump am Flughafen Zürich. Doch Trump kommt nicht alleine: Material, Fahrzeuge und Helikopter sind bereit, damit der Konvoi nach Davos aufbrechen kann. Entweder in der Luft oder am Boden. Beide Varianten sind spektakulär. Eine Übersicht.

Patrik Müller
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Die Air Force One, das Flugzeug des US-Präsidenten. Die Maschine, von der es ein identisches Double gibt, wird am Dienstagmorgen am Flughafen Zürich Kloten erwartet.

Die Air Force One, das Flugzeug des US-Präsidenten. Die Maschine, von der es ein identisches Double gibt, wird am Dienstagmorgen am Flughafen Zürich Kloten erwartet.

Quelle: Weisses Haus und US Air Force / Grafik: BBC

Heute zwischen 8 und 10 Uhr landet die Air Force One mit dem US-Präsidenten in Zürich-Kloten. Danach muss alles ganz schnell gehen, denn schon um 11.30 Uhr ist Donald Trumps Rede in der grossen Kongresshalle eingeplant.

Je nach Wetter reist der Präsident entweder mit dem Helikopter oder mit der Limousine von Zürich nach Davos. Da die Prognosen gut sind wohl eher mit dem Helikopter. Beide Transportvarianten sind spektakulär:

  • Variante Helikopter: Es wird eine ganze Flotte von Helikoptern bereitstehen. Trump selber reist in der «Marine One», wie die präsidiale Maschine genannt wird. Sie ist 5 Meter hoch, 20 Meter lang und verfügt über einen Haupt- und einen Hinterrotor. Nebst dem Präsidenten finden 9 weitere Personen darin Platz. Mehrere äusserlich identische US-Helikopter begleiten «Marine One». Sie wechseln während des Flugs die Position, sodass nicht klar ist, in welcher der Präsident sitzt. Die Schweizer Armee eskortiert die US-Flotte mit zwei oder drei Super Pumas.
Der Konvoi wird aus mehreren Helikoptern bestehen. Dabei wird der Präsident im sogenannten «Marine One» reisen. Dieser ist entweder ein britischer Sea King-Helikopter oder ein amerikanischer White Hawk-Helikopter, der etwas kleiner, dafür aber schneller ist.

Der Konvoi wird aus mehreren Helikoptern bestehen. Dabei wird der Präsident im sogenannten «Marine One» reisen. Dieser ist entweder ein britischer Sea King-Helikopter oder ein amerikanischer White Hawk-Helikopter, der etwas kleiner, dafür aber schneller ist.

Quelle: Weisses Haus und US Navy / Grafik: BBC
  • Variante Limousine: Der präsidiale Corso («Presidential Motorcade») umfasst rund 25 Fahrzeuge. Trumps Limousine – «Cadillac One» (auch The Best genannt) – befindet sich im vorderen Drittel. Sie ist neun Tonnen schwer und wäre der Traum von James Bond: Die Kabine ist versiegelt und schützt vor Angriffen mit Giftgas, der Wagen kann Tränengas abfeuern und auch mit platten Reifen sicher fahren. Sieben Leute finden darin Platz, und für den Präsidenten hat es laut dem TV-Sender NBC gekühlte Blutkonserven an Bord. Natürlich fahren auch Ärzte mit. Neckisches Detail: Es gibt eine Kopie des «Cadillac One», in der ein Double von Trump sitzt. Terroristen können so nicht erkennen, welches der beiden Fahrzeuge sie ins Visier nehmen müssten.
Die Stagecoach No 1, oder auch «The Beast» genannt, ist die Limousine des US-Präsidenten.

Die Stagecoach No 1, oder auch «The Beast» genannt, ist die Limousine des US-Präsidenten.

Quelle: Weisses Haus / Grafik: BBC
Der Konvoi des US-Präsidenten. Die Fahrzeugflotte besteht aus maximal 36 Autos.

Der Konvoi des US-Präsidenten. Die Fahrzeugflotte besteht aus maximal 36 Autos.

Quelle: Weisses Haus, The Drive / Grafik: BBC

Für die Schweizer Armee und Polizei ist der Trump-Besuch eine grosse Herausforderung. Doch letztlich stehen nicht primär sie in der Verantwortung, denn der US-Präsident vertraut nur seinen eigenen Leuten. Kein US-Präsident verlässt sein Land ohne den eigenen, mehrere hundert Spezialisten umfassenden Personenschutz. Dazu gehören nicht nur klassische Bodyguards, sondern auch Secret-Service-Schützen.

Diese bewegen sich in der Schweiz in einer juristischen Grauzone. Denn hierzulande ist es ausländischen Sicherheitskräften grundsätzlich nicht erlaubt, bewaffnet zu operieren. Es sei denn, es liegt eine Bewilligung des Bundes vor. Und diese wird laut Bundesamt für Polizei (Fedpol) nur für kleine Waffen wie Pistolen erteilt.

Doch hinter vorgehaltener Hand ist zu erfahren, dass der Secret Service auch Scharfschützen vor Ort hat. Langwaffen können sie beispielsweise in der Präsidentenlimousine unterbringen, die für die Schweizer Behörden tabu ist.

Was etwas unheimlich ist - die Amerikaner operieren so, als wären sie zuhause -, ist für die Schweizer Sicherheitsverantwortlichen in gewisser Weise auch beruhigend: Würde der Ernstfall eintreten und ein Angriff auf Trump unternommen, wären die hochgerüsteten US-Sicherheitskräfte im Nu zu Stelle und würden nicht zögern, zu schiessen

Auch wenn die US-Agenten auf Davoser Boden formell dem Kommandanten der Bündner Kantonspolizei «unterstellt» sind, der in der WEF-Woche der oberste Einsatzleiter ist