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«Der Wolf ist eben kein Vegetarier» – die Höhepunkte aus der Debatte über das Jagdgesetz

Je dreimal haben sich National- und Ständerat über den Wolf unterhalten - beziehungsweise darüber, ob er leichter abgeschossen werden soll. Eine Auflistung der unterhaltsamsten Zitate.
Tobias Bär
Über ihn wurde im vergangenen Jahr im Bundesparlament viel gesprochen - und jetzt dürfte sein Schutzstatus auch noch Gegenstand einer Volksabstimmung werden. (Bild: Keystone, Marco Schmidt (28. Mai 2013))

Über ihn wurde im vergangenen Jahr im Bundesparlament viel gesprochen - und jetzt dürfte sein Schutzstatus auch noch Gegenstand einer Volksabstimmung werden. (Bild: Keystone, Marco Schmidt (28. Mai 2013))

Der Wolf soll künftig einfacher zum Abschuss freigegeben werden. Darauf haben sich National- und Ständerat am Donnerstag geeinigt. Naturschutzorganisationen sowie die SP und Grünen wollen das Referendum ergreifen. Die Diskussion geht also weiter. Und sie dürfte emotional werden, wie die Debatten im Parlament gezeigt haben. Eine Übersicht über die launigsten Wortmeldungen, angefangen mit dem Bedrohungspotenzial, das vom Wolf ausgeht:

«Wir sind im Jahr 2019. Ist es Ihrer Meinung nach normal, dass ein Kind oder eine Frau vor einem Tier Angst haben muss?»
Nationalrat Benjamin Roduit (CVP/VS)

«Es gibt sehr viele Menschen, die auch vor Hunden oder vor Katzen Angst haben; es gibt solche Menschen. Auch ich habe vor gewissen Tieren Respekt. Vor einem Wolf oder vor einem Bären sollte man Respekt haben - übrigens auch vor einem Luchs, auch wenn er meistens nicht gefährlich ist.»
Nationalrat Martin Bäumle (GLP/ZH)

Geradezu episch waren die Duelle zwischen «Berglern» und «Flachländern», wobei sich eine gewisse SVP-Nationalrätin in den Augen vieler zu Unrecht in die erste Kategorie einordnete:

«Herr Kollege Ruppen, Sie kommen aus einem Bergkanton, wie ich auch (Heiterkeit) - auf das habe ich gewartet ...» (Heiterkeit) Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher (SVP/GR)

Die «falsche» Berglerin liess aber nicht locker:

«Wir in Graubünden haben ganze Wolfsrudel, die um die Häuser streichen. (...) Lachen Sie doch nicht, Sie in der Stadt haben doch keine Ahnung!»
Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher (SVP/GR)

Das wollten die «Flachländer», also die Zürcher, nicht auf sich sitzen lassen:

«Wir hatten in Schlieren einen Wolf, der von einer S-Bahn überfahren wurde. Also tun Sie nicht so, als ob die Wölfe nie ins Flachland kämen (…).»
Nationalrat Bastien Girod (Grüne/ZH)

«Im Kanton Zürich findet man es gut, dass der Wolf wieder in der Schweiz ist. Man findet Wildtiere etwas Bereicherndes und ist der Meinung, es sei nicht notwendig, dass man Wildtiere nur in Kenia auf einer Safari besichtigt (…)»
Ständerat Daniel Jositsch (SP/ZH)

Der Bündner CVP-Ständerat Stefan Engler wollte seine Heimat aber keinesfalls zum Wildtierpark erklären lassen:

«Das Berggebiet ist keine Wildnis und auch nicht Kenia für Zürcher.»

Zuweilen ging es auch um Vegetarismus:

«Der Wolf ist eben kein Vegetarier, und wir machen ihn auch mit diesem Abschussgesetz nicht zu einem.»
Ständerat Thomas Minder (parteilos/SH)

«Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht Vegetarier bin. Gegen den Herbst werde ich jeweils wild auf Wild. Es würde mir überhaupt nicht passen, wenn der Wolf oder der Bär oder der Luchs oder wer auch immer mir die ganze Wildpalette abservieren würde.» Ständerat Roberto Zanetti (SP/SO)

Das Jagdgesetz betrifft eben beileibe nicht nur den Wolf:

«Der Bundesrat könnte den Biber einfach auf die Abschussliste nehmen. Das kann es doch nicht sein, ein so geniales Tier!»
Nationalrat Bastien Girod (Grüne/ZH)

«Wir haben (…) einige Tiere neu von den jagdbaren Arten zu den nichtjagdbaren Arten transferiert, nämlich die Bergente, die Eiderente, die Eisente, die Knäkente, die Krickente, die Löffelente, die Pfeifente, die Samtente, die Schellente, die Schnatterente, die Spiessente, die Tafelente und die Trauerente.»
Ständerat Roland Eberle (SVP/TG)

«Was haben wir dort verstärkt, Herr Ständerat? Den Schutz des Rebhuhns, den Schutz der Moorente, die Schonzeiten für Raben- und Nebelkrähen und für die Eichelhäher und wie sie alle heissen.» Bundesrätin Doris Leuthard (CVP)

Der Walliser SVP-Nationalrat Franz Ruppen wagte einen Ausflug in die Filmgeschichte:

«Die Nutztiere dürften den Titel des Films ‹Der mit dem Wolf tanzt› wohl kaum wörtlich nehmen. Vielmehr führen die zunehmenden Wolfsrisse in Schafherden zu einem ‹Schweigen der Lämmer›.»

Benjamin Roduit (CVP/VS) und Bastien Girod (Grüne/ZH) unterhielten sich über die Folgen des Gesetzes:

«Herr Girod, haben Sie schon einmal selbst einen Wolf gesehen? Als Walliser habe ich schon dreimal einen Wolf gesehen, und das war nicht während meiner Ferien.»

«Ich beneide Sie. Auch ich würde gerne einmal einen Wolf in der freien Wildbahn sehen. Ich hoffe, dass Sie mir das nicht verwehren, indem Sie dieses Gesetz umsetzen.»

Das Schlusswort gehört dem Thurgauer SVP-Ständerat Roland Eberle:

«Ich habe mir überlegt, ob ich überhaupt noch etwas sagen soll. Ich finde die Seriosität dieser Voten nicht wirklich angemessen.»

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