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Kommentar

Die Ärzte und die verflixten Kosten

Dominik Buholzer, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag», über die Ärzteflut und die damit verbundenen Kosten.
Dominik Buholzer
Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Mit den Ärzten verhält es sich ein Stück weit wie mit den Lehrern: Es gibt entweder zu viele von ihnen oder zu wenige. Während der Lehrerverband praktisch jeden Sommer den Notstand ausruft, stöhnen Bund und Kantone unter der Ärzteflut. Weil zu viele Ärzte fast noch schlimmer sind als zu wenig Lehrer – Erstere generieren mehr Kosten –, doktert der Bund seit über zehn Jahren an einer Lösung. Das Wundermittel hat er freilich bislang noch nicht gefunden.

Nun will der Bund, dass die Kantone künftig in eigener Regie festlegen, wie viele Spezialisten zugelassen werden sollen. Heute können sie bereits die Anzahl der Ärzte im ambulanten Bereich steuern. Davon macht laut dem Bund auch eine Mehrheit der Kantone Gebrauch. Zudem müssen Ärzte schon heute die Landessprache beherrschen, die am Arbeitsplatz gesprochen wird.

Das System soll jetzt also verfeinert werden. Das macht Sinn. Der Ärzteflut wird damit wohl eher Einhalt geboten als heute, wohl aber kaum der Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Wenn die Rechnung nämlich so einfach wäre, dass mehr Ärzte auch automatisch für höhere Kosten stehen, hätte der Bund nicht so viele Strategien ausarbeiten müssen.

Das Problem ist aber nicht so einfach zu lösen, weil im Gesundheitswesen (zu) viele Player mitmischen. Und auch weil unsere medizinische Versorgung zwar im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gut ist, nicht aber die Kontrolle. Nur so ist zu erklären, weshalb Experten zum Schluss kommen, dass ein Fünftel der Operationen hierzulande überflüssig oder gar schädlich ist. Die unzähligen Ausbauprojekte der Spitäler tragen auch nicht zu einer Kostendämmung bei.

Letzten Endes haben wir es ein Stück weit selber in der Hand. «Es braucht von uns allen wieder vermehrt ein Bewusstsein dafür, wann es angezeigt ist, zum Arzt zu gehen.» Dies sagte Josef Dittli, der neue Präsident des Krankenversicherungsverbandes Curafutura, neulich im Interview mit unserer Zeitung. Da hat er völlig recht. Wir sollten uns vielleicht mehr an der eigenen Nase nehmen. Kosten tut es erst noch nichts.

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