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Doppelvakanz im Bundesrat – und wieder ringt die FDP mit der Frauenfrage

Die Präsidentin der FDP-Frauen, Doris Fiala, fordert, dass ihre Partei der Bundesversammlung für die Nachfolge von Johann Schneider-Ammann ausschliesslich Frauen vorschlägt. Dagegen regt sich Widerstand aus den eigenen Reihen.
Roger Braun
Doris Fiala fordert ein reines Frauen-Ticket von ihrer Partei. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Doris Fiala fordert ein reines Frauen-Ticket von ihrer Partei. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Sieben verschiedene Bundesräte hatte die FDP in den vergangenen 30 Jahren. Sieben davon waren Männer. Die Zürcher FDP-Nationalrätin Doris Fiala will das mit aller Kraft ändern. Die Präsidentin der FDP-Frauen fordert von der freisinnigen Fraktion, dass sie der Bundesversammlung ausschliesslich Frauen vorschlägt, wenn diese Anfang Dezember die Nachfolge von Johann Schneider-Ammann bestimmt.

Mit dieser Forderung hat Fiala allerdings einen schweren Stand, wie sich in Gesprächen an der Parteiversammlung in Pratteln zeigt. Selbst die vor einem Jahr gescheiterte Bundesratskandidatin Isabelle Moret sagt: «Wir können die Männer nicht von vornherein von einer Kandidatur ausschliessen.» Für die Waadtländer Nationalrätin ist es zwar höchste Zeit für eine FDP-Frau im Bundesrat. «Doch einzig Frauen eine Kandidatur zu ermöglichen, wäre unliberal.»

Nationalrätin Daniela Schneeberger würde ebenfalls gerne eine FDP-Frau im Bundesrat sehen. Die Baselbieterin sagt aber auch: «Das Geschlecht ist ein Kriterium, wir müssen in der Fraktion alle unterschiedlichen Eigenschaften einer Person abwägen.» Ein reines Frauen­ticket sieht sie nicht. «Denn wir haben auch viele fähige Männer.»

Ein reines Frauen-Ticket ist im Interesse der Partei

Vergangenes Jahr bei der Wahl von Ignazio Cassis in den Bundesrat verzichtete die Frauensektion der FDP noch auf die ultimative Forderung nach einer Frauenvertretung. Dieses Mal ist es anders. «Unabhängig davon, wie qualifiziert die Männer in unseren Reihen sind: Nach 30 Jahren ist es Zeit für eine Frau», stellt Fiala klar.

Für sie geht es auch um parteipolitische Interessen. «Wir können uns nicht als fortschrittliche Partei bezeichnen und immer wieder nur Männer in den Bundesrat wählen», sagt sie. Fiala sieht die Fraktion in der Verantwortung, ein reines Frauenticket zu beschliessen. «Wir dürfen uns nicht den anderen Parteien ausliefern und damit riskieren, dass erneut keine Frau gewählt wird.»

Geht es bei der FDP um die Frauenfrage, geht es immer auch um Karin Keller-Sutter. Die St. Galler Ständerätin ist die grosse Favoritin für die Nachfolge von Schneider-Ammann. Ob Keller-Sutter kandidiert, ist indes unsicher. Niemand weiss, ob sie die Niederlage gegen Schneider-Ammann bei den Bundesratswahlen 2010 inzwischen verdaut hat. Sagt Keller-Sutter ab, hat die FDP allerdings ein Frauenproblem. Parteipräsidentin Petra Gössi hat bereits verzichtet, und von den sechs weiteren weiblichen FDP-Parlamentariern zeigt einzig Nationalrätin Regine Sauter Interesse.

Fiala sagt: «Wenn Karin Keller-Sutter wider Erwarten nicht antritt, wäre ein reines Frauenticket umso wichtiger, damit eine Frau gewählt wird.» Als mögliche Kandidatinnen nennt sie Sauter und Regierungsrätin Carmen Walker Späh. Für beide dürfte es aber in der Bundesversammlung schwierig werden. Sauter ist erst seit drei Jahren im Nationalrat, Walker Späh ist bereits 60 Jahre alt. Beides sind zudem Zürcherinnen – wie SVP-Bundesrat Ueli Maurer.

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