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Die Festtagskarten der Bundesräte und ihre Botschaft

Alle Jahre wieder verschicken die Bundesräte ihre Weihnachtsgrüsse. Und die lassen zuweilen tief blicken.
Tobias Bär

Festtagskarten sind nicht selten reine Routine. Für den Absender wie für den Empfänger. Oft landen die weihnächtlichen Grussbotschaften direkt im Altpapier. Die Karten der Bundesrätinnen und Bundesräte verdienen aber eine genauere Betrachtung, können sie doch einiges über den Gemütszustand unserer Magistraten verraten.

Beginnen wir beim Ersten unter Gleichen, bei Bundespräsident Ueli Maurer. Dieser zeigt sich verspielt, beglückt die Adressaten mit einem QR-Code, der mit dem Smartphone entschlüsselt werden kann. Zum Vorschein kommt dann der Finanzminister, wie er selig lächelnd hinter einer Kerze an seinem Arbeitsplatz sitzt. Ein weiteres Indiz für die neue Lust des Zürcher SVP-Politikers am Wirken in der Landesregierung.

Ueli Maurers QR-Code.

Ueli Maurers QR-Code.

Als Nächstes betrachten wir die Karte von einem, der noch nicht so lange dabei ist und sich vom SP-Parteipräsidenten auch schon als «Praktikant» bezeichnen lassen musste: Aussenminister Ignazio Cassis. Offenbar ist der Tessiner selber der Meinung, dass er noch zulegen kann: «Von Jahr zu Jahr gewinnt der Baum an Stärke», schreibt er zu den Jahresringen eines Kastanienbaumes aus seiner Heimat. Und: «Lassen Sie sich inspirieren und finden Sie innere Ruhe und Zuversicht.» Optimismus ist für einen, der den Rahmenvertrag mit der EU gegen alle Widerstände verteidigen muss, natürlich eine naheliegende Lebenseinstellung.

Ignazio Cassis’ Kastanie.

Ignazio Cassis’ Kastanie.

Die ganz in Schwarz gehaltene Karte verströmt allerdings eher Pessimismus und ist damit das Gegenstück zum Sujet von Simonetta Sommaruga. Die Sozialdemokratin hat sich für ein Foto mit spielenden Kindern entschieden, das Leichtigkeit atmet. Die Magistratin hat ja auch allen Grund zum Frohmut, schliesslich darf sie endlich das Umwelt- und Energiedepartement leiten.

Simonetta Sommarugas spielende Kinder.

Simonetta Sommarugas spielende Kinder.

Auch Guy Parmelins Wechselwunsch wurde erfüllt. Was zeigt der neue Wirtschaftsminister zum Abschied aus dem Verteidigungsdepartement? Den künftigen Kampfjet der Luftwaffe? Eine reichweitenstarke Boden-Luft-Rakete? Nein, er adelt das Bundesamt für Landestopografie Swisstopo mit einem Geodatenausschnitt des Aletschorns. Swisstopo lege grossen Wert auf Qualität, schreibt sein Departement zur Erklärung.

Guy Parmelins Aletschhorn.

Guy Parmelins Aletschhorn.

Mit dem Militär liesse sich Qualität fürwahr kaum bebildern. Das von Alain Berset gewählte Foto aus einem Flüchtlingslager in Kenia ist sehr ernst.

Alain Bersets Flüchtlinge.

Alain Bersets Flüchtlinge.

Bleiben noch die Botschaften der beiden Abtretenden: Doris Leuthards letzte Festtagskarte zieren Spuren. Doch welche stammt von ihr? Ist es wirklich der menschliche Fussabdruck, wo doch die Magistratin angesichts der Huldigungen zum Abschied längst über allem Irdischen zu schweben scheint wie ein Aigle royal (Steinadler)? Auf leisen Sohlen wie ein Luf-tscherver (Luchs) macht sie sich jedenfalls nicht davon.

Doris Leuthards Tierspuren.

Doris Leuthards Tierspuren.

Johann Schneider-Ammann schliesslich schickt uns zum Abschied einen weissen Berggipfel im gleissenden Sonnenlicht. Das Bild schreit: Freiheit!

Johann Schneider-Ammanns Berggipfel.

Johann Schneider-Ammanns Berggipfel.

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