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Kommentar

Die Forderungen zur Elternzeit schiessen übers Ziel hinaus

Der Vaterschaftsurlaub gilt bereits als veraltet. Im Parlament schwirren Forderungen nach 28, 30, 38 oder doch 52 Wochen Elternzeit herum. Der Moment für einen vernünftigen Kompromiss haben die Bürgerlichen leider verpasst.
Anna Wanner

Die CVP frohlockt: Ihr Vorschlag für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub sei zum Greifen nah. Tatsächlich wird ihm der Nationalrat heute wohl zustimmen. Und ja, im Vergleich zur aktuellen Regel sind die zwei Wochen ein gewaltiger Fortschritt: Heute kann ein Vater knapp der Geburt des Kindes beiwohnen und muss dann aber gleich wieder ins Büro.

Leider ist das Konzept Vaterschaftsurlaub längst veraltet. Die Massnahme der Stunde heisst Elternzeit. Denn sie sorgt für mehr Gleichberechtigung in der Arbeitswelt: Wenn sich die erwerbstätigen Eltern die Zeit nach der Geburt aufteilen, fällt nicht nur die Mutter vorübergehend aus, auch auf Väter müsste der Arbeitgeber womöglich kurzfristig verzichten. Bei Anstellungs- und Beförderungsentscheiden wird der Nachteil Mutter so abgemildert.

Allerdings übertreiben es die Linken: 38 oder gar 52 Wochen Elternzeit? Das kostet nicht nur mehrere Milliarden Franken pro Jahr. Die Forderung schiesst auch weit übers Ziel hinaus: Elternzeit soll erwerbstätigen Eltern ermöglichen, sich mit der neuen Begebenheit zu arrangieren. Es sind keine Ferien auf Kosten des Staats. Im Vordergrund steht die Rückkehr ins Erwerbsleben.

Die FDP hätte die ausufernden Forderungen noch stoppen können, wenn sie nicht so stark gegeizt hätte. Die von ihr vorgeschlagenen 16 Wochen sind kein Kompromiss. Sie entsprechen dem CVP-Vorschlag zum Vaterschaftsurlaub. 18 oder 20 Wochen Elternzeit wären hingegen fortschrittlich, finanziell vertretbar und hätten den Namen Elternzeit auch tatsächlich verdient.

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