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Die Hanf-Initiative kommt nicht vom Fleck

Seit zwei Jahren bereitet ein Verein eine Initiative vor, um Cannabis zu legalisieren. Die Lancierung mussten die Initianten verschieben. Sie haben Mühe, Geld und Unterstützer aufzutreiben.
Maja Briner
Ein Jugendlicher dreht sich einen Joint. Bild: Keystone

Ein Jugendlicher dreht sich einen Joint. Bild: Keystone

Trotz Verbot rauchen viele ab und zu einen Joint. In Umfragen geben jeweils rund drei Prozent an, im letzten Monat gekifft zu haben. Dennoch tut sich der Verein «Legalize it!» schwer damit, die seit langem angekündigte Legalisierungs-Initiative auf die Beine zu stellen. Vor zwei Jahren hatte er das Projekt in Angriff genommen, die Lancierung der Initiative war zuletzt auf April angekündigt. Dazu kam es aber nicht.

Sprecher Nino Forrer begründet die Verzögerung damit, dass «viele weitere Akteure mit ins Boot wollen». Die Suche nach Geld und Unterstützern scheint indes eher harzig zu laufen. Die Zahl der Personen, die online ihre Sympathie für die Initiative bekundeten, wuchs im vergangenen Jahr nur langsam.

«Müssen uns auch selbst an der Nase nehmen»

Immerhin haben die Initianten nach eigenen Angaben inzwischen 100000 Franken gesammelt – ihr Minimalziel. Bis genügend Spenden zusammenkamen, dauerte es aber länger als geplant. Forrer nennt dafür zwei Gründe: Einerseits sei unter Cannabis-Konsumierenden die Meinung weit verbreitet, dass eine Entkriminalisierung nur noch eine Frage der Zeit sei – nun, da CBD-Hanf geduldet werde.

Das sei ein Trugschluss, betont Forrer. «Anderseits müssen wir uns auch selbst an der Nase nehmen, denn wir sind noch zu wenig organisiert, um ein gutes Lobbying zu betreiben.» Wann die Initiative genau lanciert wird, ist unklar: Im Juni finde ein Treffen statt, danach könne man mehr sagen.

Sucht Schweiz warnt vor überstürzter Legalisierung

Druck für eine Legalisierung macht auch die Grüne Partei. Ihre Forderung nach einem Hanfgesetz lehnte die zuständige Kommission am Freitag zwar ab. Der Entscheid fiel mit 14 zu 11 Stimmen aber knapp aus. Neben der Linken sprachen sich auch einzelne Bürgerliche dafür aus.

Selbst die Stiftung Sucht Schweiz, die sich in der Drogenprävention engagiert, lehnt eine Regulierung nicht per se ab. Die aktuelle Situation sei unbefriedigend, sagt Sprecher Markus Meury: «Der Cannabiskonsum geht trotz Verbot nicht zurück, der Schwarzmarkt wird nicht eingedämmt.»

Die Hanf-Initiative hält Sucht Schweiz aber für überstürzt. «Zuerst müssen die Erfahrungen evaluiert werden, die im Ausland mit verschiedenen ­Regulierungsmodellen gemacht werden», sagt er. Auch die geplanten Versuche in Schweizer Städten könnten wichtige Erkenntnisse liefern. Die grosse Frage sei, ob man durch ein Regulierungsmodell Jugendliche schützen und jene Menschen besser erreichen könne, die einen problematischen Cannabis­konsum haben, sagt Meury: «Das wäre unsere Hoffnung.»

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