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Die Hitzewelle ist bei den Parteien angekommen: Die FDP verschenkt 8000 Tuben Sonnencreme

«Damit du kein Roter wirst»: Unter diesem Motto verteilt der Freisinn am Open Air St. Gallen und in über 20 Städten Sonnencreme. Die Aktion ist ein Angriff auf die SP. Mit den «Hitze-Give-aways» thematisiert die FDP gleichzeitig die hohen Temperaturen. Auch andere Parteien haben sich etwas einfallen lassen.
Othmar von Matt
Mit Sonnencreme gegen die Hitze - und gegen die SP. (Bild: zvg)

Mit Sonnencreme gegen die Hitze - und gegen die SP. (Bild: zvg)

Ab heute ist die FDP schweizweit «on tour». Der Freisinn verteilt am Open Air St. Gallen und in zwei Dutzend Schweizer Städten bis am Samstag 8000 Tuben Sonnencreme. Der Partei kommt es für ihr «Hitze-Give-away» sehr gelegen, dass die Temperatur in der Schweiz bis am Samstag noch immer bei deutlich über 30 Grad liegt.

Die Aktion hat aber sehr wohl eine politische Note. Sie findet unter dem Motto «damit du kein Roter wirst» statt. «Die Aktion ist natürlich gegen die SP gerichtet», sagt FDP-Sprecher Martin Stucki. «Begleitet wird sie von einer inhaltlichen Kritik an den SP-Ideen im Bereich Vorsorge, flexible Arbeitszeiten (Digitalisierung) und Klimapolitik.»

Viel Humor, aber auch grosser Ärger

Bei der SP selbst nimmt man den Angriff mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. In sozialdemokratischen Kreisen ist bereits der Spruch zu hören, die SP könne halt keine Sonnencreme bieten, die blau anlaufe. Blau wie die FDP. «Wir nehmen das mit Humor», sagt SP-Sprecher Nicolas Haesler. Die Sonnencreme sei eine lustige Idee.

Das sehen nicht ganz alle so. Lorena, eine Frau «irgendwo zwischen Sozialismus, Rotwein, Feminismus», schreibt auf Twitter: «Bei der FDP wirst du nicht rot. Sondern braun. Ganz ehrlich, denkt doch eure schlechten Witze wenigstens ein einziges Mal zu Ende.» Eine Einschätzung, die SP-Nationalrat Fabian Molina offenbar teilt, wie sein Retweet zeigt.

Der nachhaltige «Hitze-Fächer» der Grünen

«Hitze-Give-away» Fächer der Grünen. (Bild: zvg)

«Hitze-Give-away» Fächer der Grünen. (Bild: zvg)

Aber auch andere Parteien haben Geschenke, welche die Hitzewelle aufnehmen. Die Grünen etwa setzen auf ein ganz besonderes «Hitze-Giveaway» - «auf die alternative, umweltschonende Klimaanlage: den Fächer», wie es Grünen-Sprecherin Natalina Töndury formuliert. Die Grünen der Stadt Zürich hatten den Fächer schon am Frauenstreik an die Frauen und anwesenden Männer verteilt. Sie bestellten tausend Stück, «aus sozial und ökologisch nachhaltiger Produktion, wie es sich versteht», sagt Töndury. Auch Grünen-Präsidentin Regula Rytz wird den Fächer für ihren Ständerats-Wahlkampf verwenden.

CVP-Traubenzucker für mehr Energie

CVP-Traubenzucker. (Bild: zvg)

CVP-Traubenzucker. (Bild: zvg)

Die CVP wiederum setzt auf Traubenzucker. Die Energiespender werden verteilt, wenn CVP-Vertreter Unterschriften sammeln für ihre Initiative «Für tiefere Prämien – Kostenbremse im Gesundheitswesen» oder wenn sie Wahlkampf machen. «Traubenzucker hilft in der Hitze», sagt CVP-Sprecherin Vera Tschan. Die CVP war die erste Partei, die mit einem erfrischenden «Give-away» Furore machte: «Duschen mit Doris». 1999 liess Reto Nause, damals Parteisekretär der CVP Aargau, tausende von Beuteln mit Duschmitteln verteilen. Als Hilfe für den Wahlkampf der damals 36-jährigen Doris Leuthard, die im Aargauer Freiamt sowohl als Ständerätin wie als Nationalrätin kandidierte.

sommer@svp.ch

Das SVP-Sünneli. (Bild: Screenshot)

Das SVP-Sünneli. (Bild: Screenshot)

Keinen Bedarf an einem «Hitze-Give-away» hat die SVP. Denn sie hat bereits seit Jahren eines. «Nein, wir tun nichts gegen die Sonne. Wir haben die Sonne», sagt Sprecherin Andrea Sommer. «Wir haben das aufgehende Sünneli im Logo. Und wir freuen uns über die Sonne.» Schon alleine die Mail-Adresse der SVP-Sprecherin selbst erhält im Zusammenhang mit der Hitzewelle eine ganz spezielle Note: sommer@svp.ch. Sie hört sich schon fast wie ein Rap an.

BDP: Lieber den Klimawandel bekämpfen

GLP, SP und BDP haben keine eigentlichen «Hitze-Give-aways». BDP-Präsident Martin Landolt ist sogar stolz darauf. «Wir leisten lieber einen Beitrag zu politischen Lösungen», sagt er, «die nicht die Symptome bekämpfen, sondern die Ursachen: den Klimawandel.»

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