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Die Landbevölkerung sorgte für das Nein

Michel Burtscher

Stadt-Land-Graben Ein Blick auf die Abstimmungsergebnisse vom Sonntag zeigt es deutlich: Es waren vor allem die ländlichen Kantone, in denen die Rentenreform einen besonders schweren Stand hatte. Am grössten war die Ablehnung in Schwyz (64,3 Prozent Nein), ­Appenzell Innerrhoden (63,3 Prozent) und Glarus (63 Prozent). Auch in Zug, Nidwalden, St. Gallen und im Thurgau gab es ein Nein. In urbanen Kantonen wie Basel-Stadt oder Zürich wiederum wurde die Vorlage angenommen.

Bei der Rentenreform gab es also wieder einmal einen Graben zwischen der städtischen und der ländlichen Bevölkerung. Das kommt für den Politologen Lukas Golder vom Forschungsinstitut GFS Bern nicht überraschend, denn neu ist diese Konfliktlinie nicht: «Einen Stadt-Land-Graben konnte man bereits bei früheren Volksabstimmungen über die Altersvorsorge beobachten», sagt Golder. Und der Graben werde sogar ­immer grösser.

Städter legten mehrheitlich ein Ja in die Urne

Wie gross er diesmal war, zeigen Berechnungen des Bundesamtes für Statistik: So legten in den Kernstädten 54,1 Prozent der Abstimmenden ein Ja in die Urne, in den Agglomerationsgemeinden waren es 45,8 Prozent und in den ländlichen Gemeinden noch 42,6 Prozent. Wäre es also nur nach der städtischen Bevölkerung in der Schweiz gegangen, hätte die Rentenreform eine klare Mehrheit gefunden. Das Gleiche gilt auch für die Abstimmung über die Mehrwertsteuererhöhung. Der Stadt-Land-­Graben zeigt sich auch, wenn man die Ergebnisse in gewissen Kantonen genauer anschaut, welche die Rentenreform abgelehnt haben: So sagte zwar die Mehrheit der Bevölkerung in St. Gallen und Luzern Nein zur Rentenreform, in den jeweiligen Kantonshauptstädten wurde die Vorlage jedoch angenommen.

Zusammenhang mit ideologischer Gesinnung

Der Stadt-Land-Graben sei bei dieser Vorlage zu erwarten gewesen, sagt auch der Politologe Thomas Milic von der Forschungsstelle Sotomo. Dieser hänge sehr eng zusammen mit der politischen Gesinnung der Abstimmenden: Auf dem Land gebe die SVP den Ton an, so Milic. Und sie hatte die Rentenreform an vorderster Front bekämpft. «Die SP wieder­um befürwortete die Vorlage – und sie ist in den Städten eine Macht», sagt der Politikwissenschafter. Eine Ausnahme stellt diesbezüglich der Stadtkanton Genf dar, der die Vorlage mit 60,3 Prozent Nein-Stimmen klar abgelehnt hat. Hier spielte die linke Nein-Kampagne wohl eine grosse Rolle. Das erstaunt nicht, waren es doch Gewerkschaften, Konsumentenschutzorganisationen und kleine Linksparteien aus der Westschweiz, die das Referendum gegen die Rentenreform ergriffen hatten.

Michel Burtscher

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