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Die Mühen der SVP-Bauern mit dem Klimaschutz

Die Bauern sind vom Klimawandel stark betroffen. Ausgerechnet die bauern-nahe SVP tritt im Kampf dagegen aber auf die Bremse.
Maja Briner
Ein Bauer bei der Weizenernte: Wegen der Trockenheit befürchten viele Landwirte, dass ihre Erträge dieses Jahr kleiner ausfallen werden. (Bild: Julian Stratenschulte, Keystone/dpa (23.7.2018))

Ein Bauer bei der Weizenernte: Wegen der Trockenheit befürchten viele Landwirte, dass ihre Erträge dieses Jahr kleiner ausfallen werden. (Bild: Julian Stratenschulte, Keystone/dpa (23.7.2018))

Zu wenig Futter, ausgetrocknete Felder: Die Bauern fürchten wegen der Trockenheit um ihre Ernte. Die Situation verschärfe sich mit jedem Tag ohne ausreichend Regen, warnte der Schweizer Bauernverband am Dienstag. Er forderte deshalb verschiedene Sofortmassnahmen.

Während die Bauern den Klimawandel derzeit heftig zu spüren bekommen, tritt ausgerechnet die bauern-nahe SVP im Kampf dagegen seit Jahren auf die Bremse. Die Partei hatte sich vergangenes Jahr gegen das Pariser Klimaabkommen gestellt, aktuell bekämpft sie das neue CO2-Gesetz, mit dem der Bundesrat die Treibhausgasemissionen senken will.

Zweifel an der Wirksamkeit

Manche SVP-Vertreter negieren auch den Klimawandel an sich. Nicht zu ihnen gehört Markus Hausammann, SVP-Nationalrat und Präsident des Verbands Thurgauer Landwirtschaft. «Ich stelle die Klimaveränderung nicht in Frage», sagt er. Dennoch lehnt er eine höhere CO2-Abgabe auf Benzin und andere Treibstoffe ab, wie sie das neue CO2-Gesetz vorsieht. Er bezweifelt den Nutzen der Massnahme: «Ich glaube nicht, dass die Konsumenten deswegen ihr Verhalten ändern würden.»

Dass sich die SVP gegen das CO2-Gesetz stellt und die Bauern gleichzeitig Massnahmen fordern, sorgt für Kritik. GLP-Präsident Jürg Grossen forderte im «Blick», die Bauernvertreter im Parlament sollten mithelfen, die Ursachen des Klimawandels wirksam zu bekämpfen – statt nur zu jammern.

Zu Unrecht am Pranger?

Angesprochen auf diese Aussage gerät Andreas Aebi in Rage. Der Berner Nationalrat und Präsident des Rinderzüchterverbands sagt: «Es gibt immer mehr Verkehr, in den Büros laufen Klimaanlagen, viele füllen ihre Schwimmbecken – und nun macht man den Landwirten Vorwürfe?» Aebi sieht die SVP-Bauernvertreter zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Zum CO2-Gesetz mag er sich aktuell gar nicht äussern. «Bei manchen Bauern geht es derzeit um die Existenz», sagt er. «Jetzt müssen wir diese Probleme lösen.»

Andere SVP-Vertreter betonen, ihre Partei sei nicht grundsätzlich dagegen, etwas gegen den Klimawandel zu tun. «Die SVP sagt nicht Nein zu Massnahmen», sagt etwa der Waadtländer Nationalrat und Bauer Jean-Pierre Grin. Die Schweiz dürfe aber nicht zu proaktiv vorangehen, sondern müsse sich mit anderen Ländern koordinieren. Es könne nicht sein, dass nur die Schweiz etwas unternehme.

«Wir müssen etwas gegen den Klimawandel tun»

Nicht alle SVP-Bauern sind indes in Klimafragen auf Parteilinie, wie sich bei der Abstimmung über das Pariser Abkommen zeigte: Aebi, Hausammann und zwei weitere Landwirte enthielten sich; der ehemalige Bauernpräsident Hansjörg Walter (TG) stimmte entgegen der Parteihaltung sogar zu, ebenso die Waadtländer Bäuerin Alice Glauser.

Für Glauser ist klar: «Man muss jetzt etwas gegen den Klimawandel tun, sonst wird es immer schwieriger. Die Natur lässt uns nicht mehr viel Zeit.» Viele Bauern, egal ob in der SVP oder nicht, seien dieser Ansicht, ist sie überzeugt.

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