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Postauto-Skandal: Die Post wollte nur die Hälfte der ertricksten Gelder zurückzahlen

Selbst nach dem Auffliegen der Tricksereien bei Postauto blieb die Post uneinsichtig. Besonders Risiko-Chef Adriano Vassalli forderte, nicht die ganzen Beträge zurückzuzahlen.
Fabian Fellmann, Sven Altermatt
Ein Postauto passiert den sogenannten «Hexenkessel» auf dem Weg zur Griesalp im Berner Oberland. (Bild: Peter Schneider/Keystone, (17. Juni 2017))

Ein Postauto passiert den sogenannten «Hexenkessel» auf dem Weg zur Griesalp im Berner Oberland. (Bild: Peter Schneider/Keystone, (17. Juni 2017))

Mit maximal 126 Millionen Franken Schaden rechnet die Post wegen ihrer Subventionstricks. Diese Summe hat der gelbe Riese an Rückstellungen gebildet, wie aus einem Zusatzbericht der Anwaltskanzlei Kellerhals Carrard zur Postauto-Affäre hervorgeht. Diesen hat der Bund bestellt und am Montag veröffentlicht. Bisher blieb er allerdings unbeachtet.

Im Zusatzbericht wird ersichtlich, dass die Post versuchte, den Rückzahlungsbetrag zu drücken, selbst als längst erwiesen war, dass die Postauto-Tochter jahrelang den Gewinn kleingerechnet hatte. Noch am 27. Februar 2018 lehnte Post-Vizepräsident Adriano Vassalli laut Verwaltungsratsprotokoll eine volle Rückerstattung an Bund und Kantone ab, obwohl drei Wochen vorher die inzwischen abgetretene Post-Chefin Susanne Ruoff ebendies versprochen hatte.

Konkret wollte der Konzern nur die Hälfte zurückzahlen. Finanzchef Alex Glanzmann sagte am 27. Februar: «Die Höhe der effektiv zu viel erhaltenen Abgeltungen wäre bloss 50 Prozent der Summe der Umbuchungen.» Dies zeigten statistische Auswertungen. Das Bundesamt für Verkehr habe dafür «allerdings null Gehör» gezeigt und einen Rechtsstreit angedroht.

«Erpresserischer Nachgeschmack»

Ruoff und Post-Präsident Urs Schwaller setzten schliesslich die volle Rückzahlung durch. Schwaller kritisierte indes das Vorgehen des Amts als «befremdend», der Rückzahlungsbetrag hinterlasse «einen ‘erpresserischen’ Nachgeschmack». Der Verwaltungsrat behielt sich vor, bei den Beträgen für die Jahre 2016 und 2017 sowie für Verzugszinsen eine andere Berechnungsmethode anzuwenden. Der Zusatzbericht zeigt weiter, dass Schwaller seit Amtsantritt hätte über das Problem Bescheid wissen können. Belastend sind die Erkenntnisse daraus aber insbesondere für Vizepräsident Adriano Vassalli, welcher den Risikoausschuss des Verwaltungsrats leitete. Nun fordern Politiker seine sofortige Absetzung. Zurückgetreten ist am Dienstag auch der Chef der Aargauischen Kantonalbank, Pascal Koradi. Er war Finanzchef der Post.

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