Kommentar

Die Quarantänepflicht ist nötig, aber es gibt ein Problem

Der Bundesrat hat 29 Risikoländer definiert. Wer aus solch einem Land in die Schweiz einreist, muss zehn Tage in die Quarantäne. Damit bekommt endlich auch die Grenze ein Schutzkonzept.

Doris Kleck
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Doris Kleck

Doris Kleck

Das Problem mit der Quarantäne: Die Grenzen sind ein heikles Politikum in dieser Coronakrise. In der ersten Phase wartete man zulange mit Grenzschliessungen – wohl auch aus politischer Korrektheit. Denn ja, offene Grenzen sind ein hohes Gut. Der Austausch von Menschen und Gütern hat uns Wohlstand gebracht. Die geschlossenen Grenzen haben vielen Menschen aufgezeigt, wie nahe wir unseren ausländischen Nachbarn sind. Die Grenzen im Schengenraum sind längst wieder offen.

Der wirtschaftliche Druck, die Horrorvorstellung eines Sommers ohne ausländische Touristen und auch die tiefen Fallzahlen liessen die Schlagbäume schneller hochgehen, als man noch im April erwarten konnte. Der Bundesrat entschied sich dazu ohne flankierende Schutzkonzepte – und vielleicht etwas gar übermütig. Das holt er nun nach. Er reagiert auf importierte Corona-Fälle und ordnet eine Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikogebieten an.

Dieser Schritt ist nötig. Auch wenn er gerade für die grosse Diaspora aus Serbien oder dem Kosovo einschneidend ist. Wem eine Quarantäne respektive bei Nichteinhaltung eine Busse droht, dem sollte die Lust aufs Reisen eigentlich vergehen. Einfach ist die Durchsetzung aber nicht, vor allem wenn die Menschen auf dem Landweg reisen – in Bussen, Zügen oder im Auto. Das mag man bemängeln, aber der Kampf gegen das Coronavirus funktioniert nur mit einer gehörigen Portion Eigenverantwortung.

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