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SRF muss am meisten bluten – fertig mit «Aeschbacher», externen Showproduktionen und Liveberichten vom WEF

Trotz der deutlichen Ablehnung der No-Billag-Initiative von 71,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung startet die SRG laut einer Medienmitteilung ein «nachhaltiges Reformprogramm». Dazu gehört ein Abbau von 250 Stellen in den nächsten vier Jahren.
Marc Benedetti
Blick in die Regie während der Aufzeichnung einer SRF-Sendung. Rund 250 Stellen sollen bei der Rundfunkanstalt SRG in den nächsten vier Jahren wegfallen. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Blick in die Regie während der Aufzeichnung einer SRF-Sendung. Rund 250 Stellen sollen bei der Rundfunkanstalt SRG in den nächsten vier Jahren wegfallen. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Dass die nationale Rundfunkanstalt 100 Millionen Franken einsparen will, kündigte sie bereits nach der Ablehnung der No-Billag-Initiative vor rund vier Monaten an. Nun wird es konkreter: Die Medienmitteilung von Mittwoch auf der Homepage der SRG ist betitelt mit «Einsparungen, Partnerschaften und neue Prioritäten bei der SRG SSR».

Der Zündstoff verbirgt sich in der Mitte des Textes. «Um das Sparziel zu erreichen, wird auch ein Stellenabbau unvermeidbar sein», schreibt die SRG. Unternehmensweit müsse in den nächsten vier Jahren mit einem Abbau von rund 250 Vollzeitstellen gerechnet werden. Ein wesentlicher Teil davon solle durch natürliche Abgänge erfolgen. «Dennoch sind Entlassungen nicht auszuschliessen», heisst es weiter.

Bis Ende September arbeitet die SRG an der Detailplanung, anschliessend wird sie den Sozialpartner und die Mitarbeitenden anhören. Die Umsetzung erfolge ab 2019. Für die betroffenen Mitarbeitenden werde ein Sozialplan zur Anwendung kommen.

SRF muss am meisten bluten

Die Einsparungen werden auf die einzelnen Unternehmenseinheiten der SRG wie folgt aufgeteilt: 20 Millionen Franken auf SRF, 15 Millionen auf RTS, 15 Millionen auf die Generaldirektion, 10 Millionen auf RSI, 1 Million auf RTR und 1 Million auf SWI. Die übergeordneten Einsparungen - vor allem in den Bereichen Infrastruktur und Distribution - belaufen sich auf 40 Millionen Franken. In allen Regionen ist daher eine deutliche Senkung der Immobilienkosten vorgesehen - eine Reduktion, die der regionalen Verankerung der SRG Rechnung trägt.

Der Verwaltungsrat SRG hat laut der Mitteilung am Dienstag den Rahmen des von der Generaldirektion vorgeschlagenen «Spar- und Effizienzsteigerungsplanes» gutgeheissen.

Wo SRF sparen will: die Details

Wie SRF und sein Produktionszentrum tpc das Sparprogramm umsetzen soll, wurde am Mittwoch an einer internen Personalinformation von Ruedi Matter, Direktor Schweizer Radio und Fernsehen, und TPC-Geschäftsführer Detlef Sold kommuniziert.

Weil der «Blick» davon Wind bekommen und die Internas publik machte, hat die Media Stelle von SRF die Details, wo konkret gespart werden soll, nun auch anderen Medien zugänglich gemacht.

«Aeschbacher» wird Ende Jahr eingestellt

Unter anderem trägt eine neue Strategie am Samstagabend zum Sparziel bei: Auf Show-Produktionen in Kreuzlingen wird künftig verzichtet, zugunsten von weniger aufwendigen Produktionen im Studio Leutschenbach.

Hinzu kommt die Verschiebung des Comedy-Sendeplatzes auf den Sonntagabend, «Aeschbacher» läuft laut der SRF-Medienstelle Ende 2018 aus. Der mittlerweile 69-jährige Kurt Aeschbacher kann also in Pension gehen – sich anderweitig beschäftigen oder den Ruhestand in seinem Haus in Südfrankreich geniessen.

Bereits kommuniziert sind der Verzicht auf das Quiz am Mittwoch sowie auf die trimdiale Umsetzung von «Jeder Rappen zählt» in der heutigen Form. Die Ausstrahlung der zweiten Staffel der eigenproduzierten Serie «Wilder» auf SRF 1 wird auf 2020 verschoben.

Zu diversen weiteren Sparmassnahmen beim Fernseh-Programm gehören der Verzicht auf «nachtwach», die Eigenproduktionen am Sonntag um 18.15 Uhr auf SRF 1 sowie «Tacho» am Samstag auf SRF zwei. Zudem werde das Einkaufsbudget für Filme und Serien auf SRF zwei reduziert. Im Sommerprogramm reduziert SRF das Budget, fährt die Sommerserie von «Schweiz aktuell» zurück und zeigt «sportaktuell» anstelle von «sportpanorama». Vom World Economic Forum berichtet SRF nicht mehr grossflächig live.

Hier gehts zur ganzen Medienmitteilung der SRG

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