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Glosse

Die Verbannung der Tätigkeitswörter

In der Kolumne «Amtlich» werden jede Woche bürokratische Irrungen und Wirrungen aufs Korn genommen. Diesmal: die Wortschöpfung «Badgung».
Fabian Fellmann
Warnhinweis an der Eingangstür zum Medienzentrum Bundeshaus in Bern. (Bild: Fabian Fellmann, (Bern, 6. August 2018))

Warnhinweis an der Eingangstür zum Medienzentrum Bundeshaus in Bern. (Bild: Fabian Fellmann, (Bern, 6. August 2018))

Die von der Berner Bürokratie meistgeschätzte Eigenschaft der deutschen Sprache ist die Leichtigkeit, mit der sich Verben aus Sätzen verbannen lassen. Verben sind Tätigkeitswörter und lösen darum in der Verwaltung Unbehagen aus. Das gilt selbst für jene Spezialfälle, in denen ein Organisationszweig überbordenden Aktivismus entwickelt.

Die Bundeskanzlei etwa bemüht sich seit Jahren unermüdlich, Journalisten den Zutritt zum Medienzentrum des Bundeshauses zu erschweren. Die Schreiberlinge müssen seit neuem mit Hilfe eines elektronischen Ausweises eine Türöffnung aktivieren, worauf ein Motor mit quälender Langsamkeit den Zugang freigibt. Mit zuverlässiger Regelmässigkeit versagen diese eidgenössischen Türantriebe ihren Dienst. Dann hängt wochenlang ein Zettel: «Bitte nach gültiger Badgung Türe von Hand aufziehen. Antrieb defekt.»

Aufmerksamen Lesern springt das Tätigkeitswort «aufziehen» ins Auge. Ausnahmsweise sind Verben in der Sprache des Beamten natürlich erlaubt. Aber nur, wenn es ein anderer ist, der sich in Bewegung setzen muss.

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