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Die Waffengegnerin
kehrt zurück zu ihren Wurzeln

Im November tritt SP-Nationalrätin Chantal Galladé aus dem Parlament zurück. Die Erziehungswissenschafterin wird Schulpräsidentin in Winterthur.
Michel Burtscher
Zürcher SP-Nationalrätin Chantal Galladé. Bild: Gaetan Bally/Keystone (Bern, 30. November 2015)

Zürcher SP-Nationalrätin Chantal Galladé.
Bild: Gaetan Bally/Keystone (Bern, 30. November 2015)

Nun ist es also offiziell: Die Herbstsession im September wird für Chantal Galladé die letzte ganze Session sein. Die Zürcher SP-Nationalrätin hat via «Sonntags-Blick» ihren Rücktritt aus dem Bundesparlament per Ende November bekannt gegeben. Die 45-Jährige wird künftig auf der lokalen Politbühne tanzen: Im Juni wurde Galladé zur Schulpräsidentin der Kreisschulpflege Winterthur Stadt-Töss gewählt. Ihr neues Amt, das sie selber als «Traumjob» bezeichnet, wird sie nach den Sommerferien antreten. Damit kehrt Galladé gewissermassen zurück zu ihren Wurzeln: Die Winterthurerin ist studierte Erziehungswissenschafterin und hat früher zeitweise als Berufsschullehrerin gearbeitet.

Zu Beginn ihrer politischen Karriere machte sie sich denn auch vor allem als Bildungspolitikerin einen Namen. Das war im Zürcher Kantonsrat so, dem sie ab 1997 angehörte. Und es war anfänglich auch im Nationalrat so, in den sie im Jahr 2003 im Alter von nur 30 Jahren einzog. Mit der Zeit aber wandelte sich Galladé immer mehr zur Sicherheitspolitikerin. Ihr grosser Kampf, der galt in den letzten Jahren der Waffengewalt. Vorstoss um Vorstoss reichte sie ein: Sie forderte einen Bedürfnisnachweis und eine Registrierungspflicht für Waffen, die Armeegewehre wollte sie aus dem Haushalt verbannen und die obligatorische Schiesspflicht abschaffen. Das Engagement für schärfere Waffengesetze war auch persönlich begründet: Galladés Vater nahm sich mit einer Armeewaffe das Leben, als sie noch ein Kind war. Mit vielen ihrer Vorstösse hatte sie im bürgerlich dominierten Parlament jedoch keine Chancen. Sie zieht trotzdem ein positives Fazit: Heute sei das Waffengesetz verschärft, die Menschen seien viel stärker auf das Thema sensibilisiert.

Auf dem rechten Flügel der SP

Innerhalb ihrer eigenen Partei war Galladé nicht immer unumstritten. Sie politisiert am rechten Rand der SP, was immer wieder zu bösen Reaktionen von ihren Parteikollegen führte. Etwa damals, als sie mit dem heutigen SP-Ständerat Daniel Jositsch nach mehr Repression im Kampf gegen die Jugendkriminalität rief. Zumindest zur Anfangszeit im Nationalrat warf man Galladé auch vor, sie falle nicht durch politische Akzente auf, sondern durch persönliche Inszenierungen.

In ihrem neuen Job wird die Mutter zweier Töchter (geboren 2004 und 2015) nun Ruhe bringen müssen in einen Schulkreis, der zuletzt für negative Schlagzeilen sorgte. Unter ihrem Vorgänger kam es zu einer Massenkündigung von Lehrern und Protesten von Eltern. «Ich liebte meinen Job im Nationalrat, freue mich jetzt aber auch extrem auf meine neue Aufgabe», sagte Galladé zum «Sonntags-Blick».

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