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Die wichtigsten Fakten zu den Schweizer AKWs

Michel Burtscher

Seit wann wird hierzulande mit Atomkraftwerken Strom produziert?

Die Weichen für die Schweizer Kernenergie wurden in den frühen 1960er-Jahren gestellt. Die Stromproduzenten wollten zunächst auf Ölkraftwerke setzen, weil sie mit der Wasserkraft nicht mehr genug Strom produzieren konnten. Aber der Bundesrat gab eine andere Richtung vor: In seinem Geschäftsbericht für das Jahr 1963 schrieb er, dass der Augenblick gekommen sei, ernsthaft zu prüfen, ob unmittelbar auf den Bau von Atomkraftwerken zugesteuert werden sollte. Bereits im Jahr 1969 ging dann Beznau I nach vier Jahren Bauzeit ans Netz. In den nächsten 15 Jahren folgten dann Beznau II (1971), Mühleberg (1972), Gösgen (1979) und Leibstadt (1984).

Wem gehören die Schweizer Kernkraftwerke?

Die fünf AKWs sind entweder vollständig oder mehrheitlich im Besitz der öffentlichen Hand. Die Eigentümer sind Energiekonzerne wie die Axpo, Alpiq oder BKW. Und diese Unternehmen wiederum gehören mehrheitlich den Kantonen und kantonalen Elektrizitätswerken.

Wie viel Strom produzieren die AKWs in der Schweiz heute?

Im vergangenen Jahr erzeugten die Kernkraftwerke gemäss Angaben des Verbandes Swissnuclear knapp einen Drittel des Schweizer Stroms, der Rest kam grösstenteils aus der Wasserkraft. Konkret: 2017 produzierten die AKWs rund 19500 Gigawattstunden Strom. Das ist deutlich weniger als im langjährigen Schnitt von etwa 25000 Gigawattstunden. Grund für den Rückgang: Der Reaktor Beznau I stand wegen Sicherheitsabklärungen während des ganzen Jahres still. Auch die Anlage in Leibstadt war längere Zeit ausser Betrieb.

Wie oft kommt es in den Atomkraftwerken zu Vorfällen?

Im letzten Jahr registrierte das Eidgenössische Inspektorat für Nuklearsicherheit (Ensi) 29 meldepflichtige Vorkommnisse, alle auf der Stufe Ines 0. Das bedeutet, es waren Ereignisse ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung. Im Jahr 2016 gab es 31 Meldungen, 2015 deren 37.

Bis wann dürften die Kernkraftwerke weiter betrieben werden?

Nach dem Reaktorunfall von Fukushima im Jahr 2011 beschlossen der Bundesrat und das Parlament, schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen. Der Bau neuer AKWs ist damit verboten. Die bisherigen Kernkraftwerke haben jedoch eine unbefristete Betriebsbewilligung und dürfen grundsätzlich so lange betrieben werden, wie sie sicher sind. Die Atomausstiegs-Initiative, mit der alle AKWs bis 2029 vom Netz gegangen wären, wurde im Jahr 2016 vom Volk abgelehnt. Trotzdem wird die erste Phase des Ausstiegs bald beginnen: Der Betreiber des AKW Mühleberg hat angekündigt, dieses Ende des Jahres 2019 vom Netz zu nehmen – aus ökonomischen Gründen.

Wie geht es nach der Ausserbetriebnahme weiter?

Die Betreiber der AKWs sind verpflichtet, ihre Anlagen zurückzubauen und die radioaktiven Abfälle zu entsorgen. Der Rückbau dauert gemäss Swissnuclear rund 15 Jahre. Danach soll das Areal wieder normal genutzt werden können. Finanzieren müssen das die Betreiber. Das geschieht über Fonds, in die sie bereits heute Geld einzahlen. Die Kosten für die Stilllegung aller fünf AKWs und die Entsorgung des Atommülls belaufen sich gemäss neuesten Schätzungen auf rund 23,5 Milliarden Franken.

Michel Burtscher

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