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68,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht: Antworten auf die wichtigsten Fragen

US-Präsident Trump schimpft über die «Karavane», die sich in Richtung amerikanischer Südgrenze bewegt, in Hessen fordert die AfD die Schliessung der deutschen Aussengrenzen und der brasilianische Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro bezeichnet Migranten als «Abschaum der Erde». Was ist dran an der aufflammenden Angst vor den Flüchtlingsbewegungen?
Samuel Schumacher
Flüchtlinge kämpfen vor der Küste Libyens ums Überleben. (Lisa Hoffmann/Sea-Watch via AP)

Flüchtlinge kämpfen vor der Küste Libyens ums Überleben. (Lisa Hoffmann/Sea-Watch via AP)

Wie viele Menschen sind auf der Flucht?

68,5 Millionen Menschen waren laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk 2017 auf der Flucht. Das sind gut drei Millionen mehr als im Jahr zuvor. Rund die Hälfte von ihnen waren Kinder.

Von wo nach wo fliehen sie eigentlich?

Rund 40 Millionen Fliehende sind sogenannte Binnenvertriebene: Menschen, die innerhalb ihres eigenen Heimatlandes auf der Flucht sind. In Kolumbien gelten knapp acht Millionen Menschen als interne Vertriebene, in Syrien sind es gut sechs Millionen. Am meisten Menschen fliehen aus Syrien, Afghanistan und dem Südsudan. Am meisten Flüchtlinge aufgenommen hat die Türkei, gefolgt von Pakistan, Uganda, dem Libanon, Iran und Deutschland (siehe Grafik).

Waren schon einmal ähnlich viele Menschen auf der Flucht wie heute?

Laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk waren 2017 weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie noch nie zuvor. Während des Zweiten Weltkriegs (1939 bis 1945) waren in Europa schätzungsweise 30 Millionen Menschen auf der Flucht. Bei der Teilung Indiens wurden 1947 rund 20 Millionen Menschen vertrieben und der Bangladesch-Krieg 1971 zwang gar bis zu 40 Millionen Menschen zur Flucht.

Wie viele Menschen wagen die Flucht über das Mittelmeer nach Europa?

2017 gelangten laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk 160 000 Menschen über den Seeweg nach Europa. Rund 3000 Personen kamen bei der Überquerung ums Leben. Italien koordinierte ab 2013 bis im Herbst 2014 die Seenotrettung. Seither haben private Organisationen auf dem Mittelmeer nach Flüchtlingsbooten gesucht. Italien und Malta haben diesen Schiffen die Landeerlaubnis inzwischen entzogen.

Auf welchen Wegen gelangen Fliehende derzeit sonst nach Europa?

Im vergangenen Jahr versuchten tausende Fliehende über die bosnisch-kroatische Grenze in die EU zu gelangen. Bosnien-Herzegowina gilt als neuer Hotspot auf der Flüchtlingsroute durch den Balkan. Rund 4000 Menschen harren an der kroatischen Grenze in Zeltlagern ihrem Schicksal.

Was ist der Unterschied zwischen «Wirtschaftsmigranten» und «Flüchtlingen»?

Gemäss der Genfer Konvention gilt jeder Mensch als Flüchtling, der bei der Rückkehr in sein Heimatland wegen seiner Rasse, seiner Religion oder seiner politischen Meinung verfolgt werden würde. Laut der UNO trifft das derzeit auf 25,4 Millionen Menschen weltweit zu. Wirtschaftsmigranten sind Personen, die – ohne verfolgt zu werden – aus Hoffnung auf bessere ökonomische Perspektiven ihre Heimat verlassen.

Wie sehen die aktuellen Asylzahlen in der Schweiz aus?

Dieses Jahr wurden hierzulande 11 484 Asylgesuche gestellt (Stand Ende September), rund ein Fünftel weniger als in der Vorjahresperiode. In der Schweiz leben 36 268 anerkannte Flüchtlinge (die meisten aus Eritrea und Syrien) und 45 418 vorläufige aufgenommene Personen ohne anerkannten Flüchtlingsstatus.

Die Eritreer stellen die grösste Flüchtlingsgruppe in der Schweiz. Wie sieht ihre Situation aus?

16 744 anerkannte Flüchtlinge aus Eritrea leben in der Schweiz, 9 587 sind vorläufig aufgenommen (Stand September 2018). Seit Juni 2016 verschärft sich ihre Situation zusehends. Das Staatssekretariat für Migration erkennt die illegale Ausreise aus Eritrea nicht mehr als Fluchtgrund an. Zwei Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts im August 2017 und im Juli 2018 haben zudem den rechtlichen Weg für Rückschaffungen abgewiesener Asylbewerber aus Eritrea freigemacht. Rückschaffungen sind aber noch nicht möglich, weil kein Rücknahmeabkommen zwischen der Schweiz und Eritrea besteht.

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