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Digital-Doris: So will Leuthard gegen Facebook und Killer-Roboter vorgehen

Eine neue Stiftung mit Sitz in Genf soll das Internet ethischer machen - mit Alt-Bundesrätin Doris Leuthard an der Spitze. Doch bei der Umsetzung gibt es einige Fragezeichen.
Benjamin Weinmann aus Genf
Von links nach rechts: Tidjane Thiam (CEO Credit Suisse), Ringier-CEO Marc Walder, Bundespräsident Ueli Maurer, Gillians Tans (CEO Booking.com), Alt-Bundesrätin Doris Leuthard, Brad Smith (Präsident Microsoft). (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Von links nach rechts: Tidjane Thiam (CEO Credit Suisse), Ringier-CEO Marc Walder, Bundespräsident Ueli Maurer, Gillians Tans (CEO Booking.com), Alt-Bundesrätin Doris Leuthard, Brad Smith (Präsident Microsoft). (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Nobler geht es in Genf kaum: Vor dem Fünfsterne-Hotel Four Seasons am Genfer Seebecken stehen täglich teure Luxusboliden zur Schau parkiert. Eine Nacht am kommenden Wochenende kostet bis zu 4000 Franken. Am Montag gesellten sich im Luxushotel zwei Dutzend namhafte Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft um die «Swiss Digital Initiative» zu lancieren. Diese will ethische Standards wie Transparenz, Verantwortung oder Nicht-Diskriminierung setzen, die von Unternehmen akzeptiert werden sollen.

Zum «Who is Who» gehörten gemäss Gästeliste unter anderem Bundespräsident Ueli Maurer, die Bankenchefs Tidjane Thiam (Credit Suisse) und Sergio Ermotti (UBS), Alt-Bundesrätin Doris Leuthard, Microsoft-Präsident Brad Smith, die Chefs der Bundesbetriebe SBB (Andreas Meyer) und Swisscom (Urs Schäppi), Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen sowie hochrangige Vertreter der Uno, der ETH und der Technologiekonzerne Facebook, Google, Huawei, IBM und Siemens.

Ein Schweizer Label für Microsoft?

Bei der Initiative und der dahinter stehenden Stiftung handelt es sich um ein Projekt der Organisation «digitalswitzerland». Laut Bundespräsident Ueli Maurer erhält das Projekt zudem starke Unterstützung vom Bund.

Beim anschliessenden Mediengespräch unter der Führung von Ringier-Chef Marc Walder bemühten sich unter anderem Doris Leuthard, Tidjane Thiam und Microsoft-Präsident Brad Smith, die konkrete Umsetzung der Initiative mit ihren hehren Zielen zu erklären, was nicht vollends gelang.

Genf als Standort prädestiniert

Auf die Fragen der Journalisten, wie die Initiative den Datenklau bei Facebook oder den Aufbau einer Killer-Roboter-Armee verhindern wolle, gab es keine klaren Antworten. Das Projekt stehe noch am Anfang und sei langfristig ausgerichtet, so die Initianten. Doris Leuthard, welche die dahinter stehende Stiftung präsidieren wird, nannte als mögliche Umsetzung ein neues Label, das für das Einhalten gewisser Standards stehen wird. Genf mit seinen vielen internationalen Organisationen und seiner humanitären Tradition sei als Standort prädestiniert.

Fragt sich allerdings, wie wie wichtig ein solches Label für einen Riesen wie Microsoft ist wenn die Ethik-Standards nicht mit den Businesszielen vereinbar sind. So wurde Microsoft zuletzt dafür kritisiert, der US-Armee «Augmented Reality»-Software zu liefern - und sich somit quasi zum Waffenlieferanten zu machen.

Leuthard meinte: "Ja, das Thema ist kompliziert und schwer anzupacken, aber das gilt auch für den Klimawandel." Nichts zu unternehmen, sei aber in beiden Fällen keine Option.

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