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Digitale Dossiers sollen sich
für Patienten lohnen

Das elektronische Patientendossier mache nur Sinn, wenn es auch den Patienten etwas bringe, sagt SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher. Sie verlangt per Vorstoss, dass solche Anreize möglich werden.
Eva Novak
Während Spitäler, Pflegeheime und Geburtshäuser ab 2020 nach und nach ­ elektronische Patientendossiers anbieten müssen, bleibt deren Einsatz für Hausärzte und Patienten freiwillig (Themenbild: Alessandro della Valle/Keystone)

Während Spitäler, Pflegeheime und Geburtshäuser ab 2020 nach und nach ­ elektronische Patientendossiers anbieten müssen, bleibt deren Einsatz für Hausärzte und Patienten freiwillig (Themenbild: Alessandro della Valle/Keystone)

Elektronische Patientendossiers sollen künftig die Qualität der ­Behandlung verbessern und die Sicherheit für die Patienten er­höhen. Wenn Ärzte rasch zu den wichtigen Informationen kommen, etwa über frühere Behandlungen oder Unverträglichkeiten, können sie auch angemessener reagieren. Allerdings sind nicht alle eingebunden: Während Spitäler, Pflegeheime und Geburtshäuser ab 2020 nach und nach ­E-Patientendossiers anbieten müssen, bleibt deren Einsatz für Hausärzte und Patienten freiwillig.

«Dies könnte dazu führen, dass zum Beispiel ein Medikationsplan lückenhaft und damit unbrauchbar ist», argumentiert Edith Graf-Litscher. Die Thurgauer SP-Nationalrätin verlangt deshalb in einer Motion, dass Krankenversicherte einen Anreiz erhalten, solche Dossiers anzulegen. Wer ein solches Dossier eröffnet, könnte etwa eine einmalige Verbilligung der Krankenkassenprämie erhalten, wer es führt, eine wiederkehrende Prämienverbilligung.

Nach geltendem Recht ist das zurzeit nicht möglich. Den Kassen ist es untersagt, in der Grundversicherung Modelle anzubieten, die zum E-Patientendossier verpflichten. Im Parlament stand zwar ein entsprechender Antrag des Zürcher GLP-Nationalrats Thomas Weibel zur Debatte. Doch Gesundheitsminister Alain Berset lehnte diesen ab, unter anderem mit dem Argument, dass die Prämienrabatte den zu erwartenden Kosteneinsparungen entsprechen müssten, diese aber nicht vorgängig abgeschätzt werden könnten.

Gesundheitskommission will Zwang für Ärzte

Die Ablehnung des Bundesrats in der Ratsdebatte habe dazu beigetragen, dass die Krankenversicherungen keine E-Patientendossiers für integrierte Versorgungsmodelle anbieten dürfen, sagt Walter Stüdeli, Geschäftsführer der IG E-Health. «Das ist absurd, denn gerade bei der Behandlung chronisch kranker Menschen braucht es die E-Patientendossiers, damit alle Behandelnden Zugang auf behandlungsrelevante Daten haben.»

Einen Schritt in diese Richtung hat bereits die Gesundheitskommission des Nationalrats vor drei Wochen getan. Sie will die Ärzte mit eigener Praxis zum E-Patientendossier zwingen. Nur jene unter ihnen, die sich am System beteiligen, sollen über die Grundversicherung abrechnen dürfen. Mit ihrer breit abgestützten Motion, die sie Anfang nächster Woche einreicht, möchte Edith Graf-Litscher nun auch die Patienten zum Mitmachen ani­mieren. Allerdings ganz ohne Zwang. «Das Ziel muss sein, dass ein grosser Teil der Bevölkerung künftig ein elektronisches Patientendossier hat», sagt Graf-Litscher. Sonst bleibe dieses ein Papiertiger – beziehungsweise ein «E-Tiger».

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