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DISKRIMINIERUNG: Swiss Life tauft um: Mitarbeiter erhalten Schweizer Namen

Beim Versicherer Swiss Life arbeiten Callcenter-Angestellte mit fremdländisch klingenden Namen mit Schweizer Aliasnamen. Das sorgt für Empörung.
Swiss Life ist einer von vielen Versicherungs-Konzernen in der Schweiz, die zukünftig vor Herausforderungen stehen könnten. (Bild: Keystone / Gaetan Bally)

Swiss Life ist einer von vielen Versicherungs-Konzernen in der Schweiz, die zukünftig vor Herausforderungen stehen könnten. (Bild: Keystone / Gaetan Bally)

Schweizer Namen statt ausländische, weil das bei den Kunden besser ankommt: Im Callcenter von Swiss Life ist das Standard. Laut der «Sonntags-Zeitung» arbeiten 9 der 19 Angestellten im Callcenter des Versicherers mit einem eingeschweizerten Namen. Aufgabe der Callcenter-Mitarbeiter ist es, Beratungsgespräche zu vereinbaren.

Swiss Life arbeitet nach eigenen Angaben bereits seit 21 Jahren mit dieser Praxis der Namensänderung. Den Mitarbeitern mit ausländischem Namen wird während der Einarbeitungszeit mitgeteilt, dass sie mit einem Aliasnamen arbeiten können. Dies verbessere die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss des Gesprächs. Den Namen verwenden die Mitarbeiter dann am Telefon, aber auch im Briefverkehr. Ob die Angestellten mit einem Schweizer Namen auftreten, ist dabei ihnen überlassen, heisst es bei Swiss Life.

Rassismuskommission übt scharfe Kritik

Der Versicherer betont gegenüber der «Sonntags-Zeitung», dass auch andere Schweizer Callcenter mit eingeschweizerten Namen arbeiten. Allerdings bestreitet das Dieter Fischer, der Präsident des Branchenverbands Callnet. Diese Praxis widerspreche «unseren Vorstellungen von einem vertrauensvollen, transparenten Kundenkontakt» und sei «nicht tolerierbar».

Auch Martine Brunschwig Graf hat kein Verständnis für das Vorgehen von Swiss Life. Die Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) kritisiert es als «problematisch» und «bedauerlich». Für die betroffenen Mitarbeiter könne die Praxis verletzend sein. Zudem werde das Bild bestärkt, wonach ein ausländisch klingender Name ein Nachteil sei und nicht so wirklich zur Schweiz gehöre. Der Fall von Swiss Life wirft ein Schlaglicht auf das Thema Diskriminierung. Studien haben bereits gezeigt, dass es Menschen mit fremdländisch klingendem Namen etwa bei der Stellen- oder Wohnungssuche schwerer haben als solche mit klassischen Schweizer Namen. (red)

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