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DNA-GESETZ: Täterprofil könnte aus der DNA gelesen werden

Nach dem Vergewaltigungsfall in Emmen ist es für Nationalrat Albert Vitali Zeit, das DNA-Profil-Gesetz zu modernisieren. Die Polizei arbeite mit Methoden aus dem letzten Jahrhundert.
Polizisten letzten Sommer an dem Ort in Emmen, wo eine Frau vergewaltigt wurde. (Bild Beatrice Vogel)

Polizisten letzten Sommer an dem Ort in Emmen, wo eine Frau vergewaltigt wurde. (Bild Beatrice Vogel)

Deborah Stoffel

Mit einer Motion fordert der Luzerner Nationalrat Albert Vitali, dass der Bund das DNA-Profil-Gesetz anpasst. Die Strafverfolgungsbehörden sollten nicht nur die nichtcodierenden DNA-Abschnitte entschlüsseln können, sondern auch die codierenden. Das heisst, sie könnten nicht nur wie bisher Angaben zum Geschlecht des Täters eruieren, sondern auch Informationen etwa zu dessen Haarfarbe, Augenfarbe, Hautfarbe oder Statur. Ebenfalls würden diese zusätzlichen Informationen den Strafverfolgungsbehörden ermöglichen, ein Täterprofil zu erstellen. Damit wären aufwendige DNA-Tests, wie man sie Anfang November im Kanton Luzern zur Ermittlung des Täters von Emmen durchgeführt hat, nicht mehr nötig, sagt der Nationalrat.

Bisher zwei Tests

Für Vitali gab dieser Fall, die Vergewaltigung einer 26-jährigen Frau im letzten Sommer in Emmen, den Anlass, das Thema aufzugreifen. Die Frau ist nun querschnittgelähmt. Dass der Bundesrat in seinem Entwurf für das DNA-Profil-Gesetz 2000 bereits die Möglichkeit einschloss, die codierenden DNA-Abschnitte zu entschlüsseln, habe ihn in seinem Vorhaben bestärkt. «Damals hat zwar das Parlament den Passus aus Angst vor Missbrauch und Datenschutzverletzungen gestrichen», sagt Vitali. In National- und Ständerat gaben damals Bedenken wegen des Grundrechtsschutzes den Ausschlag. Seit das Gesetz 2003 in Kraft getreten sei, habe sich jedoch einiges geändert, betont Albert Vitali.

«Heute hat man Erfahrung mit DNA-Tests», sagt Vitali. Neben dem DNA-Massentest im Zusammenhang mit der Vergewaltigung in Emmen gibt es jedoch nur einen weiteren Fall: Im Jahr 2000 mussten im Zusammenhang mit der Ermordung einer Psychoanalytikerin in der Stadt Zürich 300 Männer eine Speichelprobe abgeben. Doch der erste DNA-Massentest der Schweiz verlief erfolglos. Der Mörder ist bis heute nicht gefasst.

Eine DNA-Datenbank gibt es in der Schweiz seit Juli 2000. Sie wurde von FBI-Spezialisten in Bern vorerst provi­sorisch eingerichtet. Am 1. Januar 2005 traten dann das DNA-Profil-Gesetz und die entsprechende Verordnung in Kraft. Darin ist geregelt, dass für die Erfassung von DNA-Proben in eine Datenbank ein begründeter Verdacht vorhanden sein muss, rein präventive Massnahmen sind ausgeschlossen. Wird der Tatverdacht nicht bestätigt, wird also beispielsweise ein Strafverfahren gegen eine Person eingestellt, müssen die Ermittler die entsprechenden Daten in der Datenbank wieder löschen. Nur die nichtcodierenden DNA-Abschnitte dieser Verdächtigen dürfen bisher entschlüsselt werden. Die Informationen daraus sind trivial und greifen relativ kurz: Man erkennt je nach Chromosomenkombination, ob es sich um einen männlichen (XY) oder einen weiblichen (XX) Täter handelt.

Anpassung an neue Methoden

Die Anpassung des DNA-Gesetzes an die heutigen Methoden müsse politisch diskutiert werden, sagt Albert Vitali. «Zehn Jahre nach Inkrafttreten des DNA-Profil-Gesetzes sind Ermittlungsmethoden mit Fingerabdrücken und Phantombildern passé.» Das Gesetz müsse angepasst werden, um den Strafuntersuchungsbehörden zu ermöglichen, mit neuen Methoden zu ermitteln. Von bürgerlicher Seite im Nationalrat gebe es Unterstützung für seine Motion, sagt der FDP-Politiker.

Staatsanwaltschaft informiert

Seit Anfang November 372 Männer zur Speichelprobe aufgefordert wurden, ist nichts Neues über die Suche nach dem Vergewaltiger in Emmen bekannt. Die Luzerner Staatsanwaltschaft teilte gestern aber mit, sie werde demnächst über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren.

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