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DROHNEN: «Fliegende Pöstler» heben bald ab

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt gibt demnächst grünes Licht für Tests mit Paketdrohnen. Die Versuche finden im Seeland und im Berner Oberland statt.
Eva Novak
Die Post will in der Schweiz bald erste Tests mit Paketdrohnen durchführen. Ein derartiges System – wie im Bild zu sehen – hat DHL bereits 2013 in Bonn getestet. (Bild: AP)

Die Post will in der Schweiz bald erste Tests mit Paketdrohnen durchführen. Ein derartiges System – wie im Bild zu sehen – hat DHL bereits 2013 in Bonn getestet. (Bild: AP)

In ein paar Wochen ist es so weit: Über dem Seeland und dem Berner Oberland wird die Post als eines der ersten Logistikunternehmen weltweit den Einsatz von Paketdrohnen testen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) ist zurzeit daran, die Bewilligung für Flüge der unbemannten Objekte zu erteilen, wie Bazl-Sprecher Urs Holderegger bestätigt.

«Wir sind im Zeitplan», sagt auch der Post-Sprecher Bernhard Bürki.

Nur Deutschland ist weiter

Damit überholt unser Land die USA, wo der Online-Riese Amazon zwar bereits 2013 die Drohnen-Idee lanciert hat, seitdem aber mit den Zulassungsbehörden kämpft.

Nur gerade Deutschland ist eine Nasenlänge voraus: Seit Ende letzten Jahres transportiert der «DHL-Paketkopter» Medikamente vom Festland auf die Nordseeinsel Juist.

Bis zu 20 Kilometer Distanz

Hierzulande – beziehungsweise in der hiesigen Luft – trifft es als Erstes den Kanton Bern. Dort führt die Post zusammen mit Swiss World Cargo, der Luftfrachtdivision der Swiss, und dem kalifornischen Drohnenhersteller Matternet die Versuche durch. Keine derartigen Pläne bestehen laut Bürki für die Zentralschweiz. Zumindest vorläufig.

Der Bund muss grünes Licht geben, weil die Drohne vom Typ «Matternet one» nicht auf Sicht gesteuert wird. Das neuartige Vehikel wird vielmehr über eine App programmiert und steuert dann selbstständig sein Ziel an. Es tut dies auf einer Höhe von 50 bis 100 Metern über dem Boden, also unterhalb der 150 Meter, die als Mindesthöhe für Flüge über unbewohntem Gelände vorgeschrieben sind. Dabei weicht es laut Eigenwerbung der Herstellerfirma hohen Gebäuden oder Bergen ebenso aus wie Zonen mit eingeschränktem Luftverkehr. Angeblich passt es sich selbst schlechtem Wetter an, um seine Fracht – ein bis zu ein Kilogramm schweres Paket – ans bis zu 20 Kilometer entfernte Ziel zu transportieren.

Zustellung auf der letzten Meile

Mit den Tests wolle man die technischen Möglichkeiten der Drohnen ausloten, schrieb Stefan Regli, Leiter E-Commerce bei der Post, in einem Beitrag in der «Handelszeitung».

Er versicherte, dass dabei die lokalen Gegebenheiten berücksichtigt würden, und verriet auch, wie man die Geräte dereinst einsetzen könnte: «Die Spanne möglicher Anwendungen reicht vom innerbetrieblichen Einsatz bei der Post bis hin zur Zustellung von Sendungen auf der letzten Meile.»

Medikamente für die SAC-Hütte

Werden also bald keine Post-Lieferwagen mehr vorfahren, sondern fliegende Objekte vor oder auf dem Milchkasten landen? Post-Sprecher Bernhard Bürki winkt ab: «Es geht nicht darum, dass eine Drohne Pakete in einem Dorf oder einer Stadt ausliefert.» Momentan gehe es um eine Machbarkeitsstudie. Vorstellbar seien Spezialanwendungen in abgelegenen Gebieten, etwa der Transport von Medikamenten in eine SAC-Hütte. Der fliegende Versand von Briefen sei derzeit aber noch kein Thema. Ebenso wenig denke man bei der Post daran, «dass die Drohnen einen Päcklipöstler ersetzen könnten».

Wobei das nicht immer so bleiben muss. «Man kann einfach noch nicht sagen, was aus der ganzen Geschichte wird», so Post-Sprecher Bernhard Bürki, denn: «Wir stehen ganz am Anfang einer Entwicklung.»

Eva Novak

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