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Reformierte können sich nicht auf eine Position zur «Ehe für alle» einigen

Sollen gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen? Die evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz kann diese Frage trotz längerer Bedenkzeit nicht beantworten.
Tobias Bär
Bei der "Ehe für alle" geht es auch um die Frage, ob lesbische Paare Zugang zur Samenspende erhalten sollen. (Bild: Fotolia)

Bei der "Ehe für alle" geht es auch um die Frage, ob lesbische Paare Zugang zur Samenspende erhalten sollen. (Bild: Fotolia)

Eigentlich hätten sich die Parteien und Organisationen spätestens bis zum 21. Juni zur «Ehe für alle» äussern können. Der Evangelische Kirchenbund (SEK) benötigte allerdings mehr Zeit und diese wurde ihm auch gewährt.

Doch die Fristverlängerung hat sich nicht gelohnt: In ihrer inzwischen vorliegenden Vernehmlassungsantwort schreibt die reformierte Kirche, die Meinungsbildung werde «noch einige Zeit in Anspruch nehmen». Viele Mitgliedkirchen seien für eine weitgehende oder vollständige Gleichbehandlung von hetero- und homosexuellen Paaren, andere Mitglieder befänden sich aber weiterhin im Klärungsprozess.

Die Skeptiker fänden sich vor allem in der Romandie, während in der Deutschschweiz die Zustimmung überwiege, sagt der Beauftragte für Theologie und Ethik beim SEK, Frank Mathwig.

Bringt «Ehe für alle» die kirchliche Trauung von homosexuellen Paaren mit sich?

Dabei argumentieren Befürworter und Gegner gemäss Mathwig nicht immer auf der gleichen Ebene: Für erstere stehe die rechtliche Gleichstellung im Fokus, während bei den Gegnern kirchliche Fragen dominierten – etwa, ob die «Ehe für alle» theologisch begründet werden könne und daraus die kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare folge.

Gemäss Mathwig obliegt die Umsetzung der «Ehe für alle» den Kantonalkirchen, diese entscheiden also eigenständig, ob sie Homosexuelle trauen wollen. Dies könnte jedoch in einzelnen Fällen zur Abkehr von der heutigen Regelung führen, gemäss der die kirchliche Trauung grundsätzlich allen Paaren offensteht, die zivilrechtlich verheiratet sind.

«Die künftige Praxis sollte aber auf einem gemeinsamen biblisch-theologischen Eheverständnis beruhen», sagt Mathwig. Es gibt in der evangelisch-reformierten Kirche neben den Befürwortern und Gegnern auch noch jene, welche eine rechtliche Gleichstellung zwar befürworten, den Ehebegriff aber weiterhin für die Verbindung zwischen Mann und Frau reservieren wollen.

Bei der Suche nach einer gemeinsamen Position sollen sich explizit auch schwule und lesbische Kirchenmitglieder einbringen, die bisher in der Debatte eine untergeordnete Rolle gespielt haben. In der Zwischenzeit begnügen sich die Protestanten damit, ihre grundsätzlich positive Haltung zur Homosexualität auszudrücken: «Wir sind von Gott gewollt, so wie wir geschaffen wurden. Unsere sexuelle Orientierung können wir uns nicht aussuchen», heisst es in der Stellungnahme.

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