Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein Drittel weniger Rente

Altersvorsorge Die Renten der Frauen sind in der Schweiz heute tiefer als diejenigen der Männer. Eine Studie des Bundesamtes für Sozialversicherungen und des Eidgenössischen Büros für Gleichstellung kam 2016 zum Schluss, dass der Unterschied im Durchschnitt 37 Prozent oder fast 20000 Franken jährlich beträgt. Die Studie ist ein Blick in die Vergangenheit: Untersucht wurden AHV-Rentnerinnen und -Rentner, die im Jahr 2012 zwischen 64 und 75 Jahre alt waren.

Markant sind die Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten Säule. Bei der AHV erhalten Frauen laut der Studie nur 3 Prozent weniger Rente als die Männer. In der beruflichen Vorsorge beträgt der Unterschied hingegen 63 Prozent. Ein Grund dafür ist gemäss Studie, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen. Hinzu kommt, dass Frauen häufiger als Männer den Job zumindest vorübergehend aufgeben oder das Pensum reduzieren, um sich um Kinder zu kümmern oder Angehörige zu pflegen. Diese Lücken wirken sich direkt auf die Altersvorsorge aus, da in der zweiten Säule jeder für sich spart. Für Teilzeitarbeitende kann zudem die Eintrittshürde zu hoch sein. Laut Bundesamt für Sozialversicherungen sind von den erwerbstätigen Frauen rund 500000 gar nicht in der zweiten Säule versichert.

Auch bei der dritten Säule stellte die Studie einen Unterschied von 54 Prozent fest. Dass es bei der AHV anders ist, hat einerseits damit zu tun, dass Minimal- und Maximalrenten festgelegt sind. Bei Ehepaaren werden die erzielten Ein­kommen zudem je zur Hälfte aufgeteilt (Splitting). Hinzu kommen Betreuungs- und Erziehungsgutschriften, die oft den Frauen zugutekommen.

Dadurch kommt es zu einer Umverteilung: 2015 zahlten die Frauen laut Bundesamt für Sozialversicherungen nur einen Drittel der Beiträge an die AHV, bezogen auf der anderen Seite aber 56 Prozent der Leistungen.

Zivilstand entscheidend

Einfluss auf den sogenannten Gender- Gap bei den Renten hat der Zivilstand, wie die Studie aufzeigt: Verheiratete Schweizer Paare weisen mit 47 Prozent das grösste Gefälle zwischen Renten für Frauen und Männer aus. Bei ledigen Personen sei der Unterschied hingegen «bedeutungslos», heisst es in der Studie.

Dass bei Verheirateten das Gefälle so gross ist, hängt auch damit zusammen, dass Frauen bis 1995 ihr Vorsorgekapital bei der Heirat vorzeitig beziehen konnten, was die Rentenansprüche schmälerte. Durch die Abschaffung dieser Regelung und vor allem die steigende Erwerbstätigkeit der Frauen dürfte der Unterschied künftig kleiner werden.

Maja Briner

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.