Ein Machtmensch sucht ständig den Machtkampf

Christian Constantin, der Präsident des FC Sion, will den Abbruch der Fussballmeisterschaft erwirken. Obwohl sich die Clubs der Swiss Football League klar für deren Fortsetzung ausgesprochen haben.

Markus Brütsch
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Umstritten: Christian Constantin.

Umstritten: Christian Constantin.

Bild: Keystone


Was treibt ihn nur an? Seit Jahren sorgt Christian Constantin im Schweizer Fussball wie kein anderer für Schlagzeilen. Für positive, wenn er mit seinem kleinen FC Sion wieder einmal einem Grossen die Cuptrophäe wegschnappt oder bei seiner jährlichen Gala 6000 Gästen mit 7 Tonnen Sauerkraut und einem persönlichen Auftritt als Rockstar eine Freude bereitet.

Zumeist aber sind es unrühmliche Aktionen, welche die Verantwortlichen der Liga in Atem halten. Wie vor Jahren in Kriens, als er nach einem Spiel dem Schiedsrichter das Bein stellte. Oder als er sich mit der Uefa wegen des Ausschlusses aus dem Europacup anlegte und die Fifa dem SFV mit der Verbannung aus dem Weltverband drohte. Die übelste Tat aber beging er, als er nach einem Spiel auf den Fernsehexperten Rolf Fringer einschlug.

Manchmal ist der 63-jährige Unternehmer, dessen Vermögen 250 bis 300 Millionen Franken gross sein soll, ein Querdenker, oft genug aber einfach nur ein Querulant. Auch jetzt ist ihm schnuppe, dass sich die Vereine bei einer Abstimmung klar für die Fortsetzung der Saison ausgesprochen haben. Weil er seit der Aufnahme des Trainingsbetriebs keine Kurzarbeit mehr anmelden kann, wegen der Geisterspiele kaum Einnahmen hat und dadurch 3,5 Millionen Franken verlieren wird, will er den Abbruch erwirken. Nötig hätte er dies finanziell zwar nicht, aber der FC Sion ist abstiegsgefährdet, und als Machtmensch ist Constantin ständig auf der Suche nach Gegnern zum Besiegen und Erniedrigen. Leider ist er damit zu einer Belastung für unseren Fussball geworden.