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Ein mutiger Schritt der Seilbahnen

Dominik Buholzer, Leiter der Zentralschweiz am Sonntag, zur Lage der Wintersportgebiete.
Dominik Buholzer Leiter «zentralschweiz Am Sonntag»
Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Zuerst war da Saas-Fee. Der Walliser Wintersportort lancierte vor einem Jahr die Dumping-Jahreskarte für 222 Franken. Dem Beispiel folgen jetzt weitere Bahnen, und mit der Skiarena Andermatt-Sedrun geht ein Zentralschweizer Wintersportgebiet noch einen Schritt weiter. Was in der Flugbranche seit längerem üblich ist, soll nun auch im Seilbahngeschäft gelten: Wer früher bucht, fährt günstiger. Die Preise werden variabel, an zehn Wochentagen im Januar gibt es die Tageskarte im Urserntal gar für lediglich 10 Franken.

Damit vollziehen die Bergbahnen eine Kehrtwende in ihrer Preispolitik. Sie war auch bitter nötig. Denn bislang wurden die Tageskarten vor allem eines: immer teurer. Die Folge war unter anderem: Die Zahl der Wintersportler ging Jahr für Jahr zurück. Für eine vierköpfige Familie wurde ein Tag auf den Pisten immer mehr zu einem schier unerschwinglichen Vergnügen. Diese Entwicklung liess sich auch nicht durch die chinesischen Gäste wettmachen, die Schweiz Tourismus auf die Ski locken will.

Die Preise ins Rutschen brachte letzten Endes die missliche Lage zahlreicher Bahnen in der Schweiz. Wintersport ist für die meisten nach wie vor die grösste Einnahmequelle. Das Geschäft ist jedoch kosten­intensiv – wer seine Pisten nicht flächen­deckend beschneien kann, hat keine Zukunft. Besonders hart ist die Situation für kleinere Bahnen, die sich unterhalb von 1500 Metern über Meer befinden.

Wie dramatisch die Situation ist, wurde am Freitag deutlich. Die Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG benötigt dringend frisches Geld, sonst droht Schlimmes. Dringende Investitionen, drei schneearme Winter sowie der starke Franken führten dazu, dass die Reserven schmolzen wie der Schnee im Frühling. In der vergangenen Winter­saison waren die Schneeverhältnisse lediglich zwei Monate ideal. Jetzt hängt die Zukunft des Zentralschweizer Familien- Skigebietes in den Seilen.

Immerhin gibt es noch positive Nachrichten. Laut mehreren Reiseanbietern ziehen die Schweizer es vor, ihre Wintersportferien wieder in ihrem Heimatland zu verbringen. Aussichtslos ist die Lage also nicht.

Dominik Buholzer Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

dominik.buholzer@luzernerzeitung.ch

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