Ein verschnupfter Ueli Maurer lässt das Skialpinismus-Team hoffen

Die Tage der bundeseigenen Spitzen-Skitourengänger schienen gezählt. Doch Finanzminister Ueli Maurer will noch einmal über die Bücher. 

Tobias Bär
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Ein leicht erkälteter Bundespräsident Ueli Maurer gestern im Ständerat. (Bild: Alessandro della Valle, Keystone)

Ein leicht erkälteter Bundespräsident Ueli Maurer gestern im Ständerat. (Bild: Alessandro della Valle, Keystone)

Mitte 2019 ist die Skialpinismus-Mannschaft des Grenzwachtkorps Geschichte – hiess es bis am Mittwoch. Der breiten Öffentlichkeit dürfte die Truppe nicht bekannt sein. Derzeit sind aber tatsächlich fünf Spitzen-Skitourengänger bei der Grenzwacht angestellt.

Sie absolvierten während ihrer sportlichen Karriere die Grundausbildung zum Grenzwächter. Die Zollverwaltung spricht von einem «einzigartigen Modell, Spitzensport und Beruf zu vereinbaren». In Zukunft will sie sich aber auf die olympischen Disziplinen Langlauf und Biathlon beschränken – sehr zum Unmut von Walliser CVP-Politikern. Seit dem Bekanntwerden der Auflösung haben diese gleich mehrere Vorstösse eingereicht.

Den Anfang machte der gefallene Nationalrat Yannick Buttet. Er forderte die Rücknahme des Entscheids, denn ohne eine Patrouille des Grenzwachtkorps sei die bekannte Patrouille des Glaciers «kaum vorstellbar». Buttets Nachfolger Benjamin Roduit sah gar die Identität der Schweiz als Alpenland in Gefahr. Und schliesslich fragte Ständerat Beat Rieder zur Sicherheit nach, ob der Bundesrat die Auflösung der Skialpinismus-Mannschaft noch einmal diskutiert habe.

Die lapidare Antwort der Landesregierung: Nein. Die Zollverwaltung müsse sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Der Umstand, dass es sich beim Skialpinismus möglicherweise bald um eine olympische Disziplin handle, dürfe den Entscheid nicht beeinflussen. Man anerkenne die Bedeutung der Patrouille des Glaciers für das Wallis und die ganze Schweiz. Angesichts von über 4800 Teilnehmern sei der Fortbestand des Skitouren-Rennens durch die Auflösung der fünfköpfigen Truppe aber nicht gefährdet.

Der Kampf der bergsportaffinen Walliser Politikern schien verloren, da griff Rieder zum letzten Mittel. Bei der Debatte im Ständerat sagte er am Mittwoch an die Adresse des hörbar erkälteten Ueli Maurer: «Übrigens: Skialpinismus ist sehr gut für den Heilungsprozess.» Prompt setzte der lädierte Bundesrat zu einer Lobeshymne an: Es handle sich um einen faszinierenden Sport und man könne mit Freude feststellen, «dass unsere Skialpinisten weltweit zu den Besten gehören».

Und dann liess der Finanzminister durchblicken, dass das Ende der Mannschaft doch noch nicht besiegelt ist. Man prüfe die Sachlage noch einmal mit dem Grenzwachtkorps und der Armee, so Maurer. Er wolle keine definitive Lösung signalisieren, aber: «Eigentlich ist es ja ein kleines Problem, fünf oder sechs Leute irgendwo in einem vernünftigen Rahmen noch unterzubringen, damit wir hier mitmachen können.» Ein verschnupfter Bundesrat hält die Hoffnung des Skialpinismus-Teams am Leben.