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«Eine reine Provokation»: SVP ärgert sich über neuen Arena-Moderator Brotz

Sandro Brotz fetzte sich in der Vergangenheit wiederholt mit ranghohen SVP-Politikern. Dass der «Rundschau»-Frontmann künftig die «Arena »moderiert, stösst bei der Sünneli-Partei auf grosses Unverständnis.
Roger Braun
Der neue Arena-Moderator Sandro Brotz kommt bei der SVP nicht gut an. (Bild: ZVG)

Der neue Arena-Moderator Sandro Brotz kommt bei der SVP nicht gut an. (Bild: ZVG)

Politisch ist es eine gewagte Wahl: Der aktuelle Moderator der «Rundschau» Sandro Brotz wird künftiger Moderator der Diskussionssendung «Arena». Er tritt damit die Nachfolge von Jonas Projer an, der nach fünf Jahren vom Schweizer Fernsehen SRF zur «Blick»-Gruppe wechselt.

Brotz ist nicht irgendwer, sondern ein Mann, der sich gerne mit den Mächtigen angelegt. Vor allem SVP-Exponenten hat er in jüngster Vergangenheit wiederholt zum Kochen gebracht.

Unvergessen ist das Interview mit dem ehemaligen SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, der sich auf dem heissen Stuhl gegen den Vorwurf wehren musste, als Geschichtsprofessor unkritisch Doktorarbeiten durchgewunken zu haben. Als Brotz ihn fragte, ob er nun zurücktrete, verlor Mörgeli die Fassung und antwortete mit der legendären Gegenfrage: «Sind Sie eigentlich vom Aff bisse?»

Das Blut in Wallung brachte Brotz auch bei Bundesrat Ueli Maurer, der als damaliger Verteidigungsminister für den Kauf des Gripen warb. Als Brotz die Schweizer Luftwaffe mit jener Österreichs verglich, ging Maurer in den Gegenangriff über und beklagte eine «tendenziöse» Berichterstattung und forderte eine Entschuldigung. «Machen Sie es beim nächsten Mal besser», herrschte er Brotz an.

Dementsprechend kritisch reagiert man auf rechter Seite auf die Ernennung von Brotz zum neuen «Arena»-Moderator . Auf Twitter kritisierten mehrere Politiker der Zürcher SVP den Entscheid von SRF - während SP-Nationalrätin Min Li Marti dem neuen Arena-Moderator gratulierte.

«Das ist eine reine Provokation für die SVP», sagt der Zürcher Nationalrat Claudio Zanetti auf Anfrage dieser Zeitung. Seine Vermutung: Nachdem SVP-Präsident Albert Rösti im Nachgang zu den Zürcher Wahlen über eine SRG-Halbierungsinitiative nachgedacht hatte, sei dies nun die Retourkutsche. «Offensichtlich will uns die SRG damit signalisieren, dass sie keine Angst vor uns hat».

«Vae victis» steht sinnbildlich für einen Besiegten, der völlig der Willkür des Siegers ausgeliefert ist. Zanetti sagt, es sei nicht wegzudiskutieren, dass die SVP drei empfindliche Wahlniederlagen eingefangen habe. «Offensichtlich nutzt die SRG nun diesen Zeitpunkt, um auf uns herumzutreten.» Er prophezeit: «Wir werden wieder aufstehen.»

Dass Brotz links denkt, ist für Zanetti ausgemachte Sache. Armeefeindlich und ein SVP-Hasser sei er. Das habe er nicht nur in der Rundschau, sondern auch früher beim «Sonntagsblick» bewiesen. Zanetti sagt:

«Ich habe nichts gegen kritische Interviews, aber Brotz' Befragungen kommen vielfach Verhören gleich und sind gerade im Fall von SVP-Politikern oft boshaft.»

Von 1993 bis 1999: Der damalige Arena Moderator Filippo Leutenegger (links) im Januar 1997 im Gespräch mit Alt-Bundesrat Kaspar Villiger (rechts). Das Thema war «Armut in der Schweiz». (Archivbild: Keystone/Michele Limina)Von 1993 bis 1999: Der damalige Arena Moderator Filippo Leutenegger (links) im Januar 1997 im Gespräch mit Alt-Bundesrat Kaspar Villiger (rechts). Das Thema war «Armut in der Schweiz». (Archivbild: Keystone/Michele Limina)
Von 1999 bis 2002: Arena-Moderator Patrick Rohr (rechts) mit Icordo (links) und der inzwischen verstorbenen Uriella vom Orden Fiat Lux. Das Thema im April 2000 war «Sekten – Macht und Ohnmacht». (Archivbild: KEYSTONE/Walter Bieri) Von 1999 bis 2002: Arena-Moderator Patrick Rohr (rechts) mit Icordo (links) und der inzwischen verstorbenen Uriella vom Orden Fiat Lux. Das Thema im April 2000 war «Sekten – Macht und Ohnmacht». (Archivbild: KEYSTONE/Walter Bieri)
Von 2002 bis 2008: Arena-Moderator Urs Leuthard (rechts) diskutierte im November 2007 mit dem damaligen Nationalrat Ueli Maurer (SVP/ZH) und dem St.Galler Ständerat Toni Brunner (SVP) über die Ständerats-Wahlen. (Archivbild: KEYSTONE/Alessandro Della Bella)Von 2002 bis 2008: Arena-Moderator Urs Leuthard (rechts) diskutierte im November 2007 mit dem damaligen Nationalrat Ueli Maurer (SVP/ZH) und dem St.Galler Ständerat Toni Brunner (SVP) über die Ständerats-Wahlen. (Archivbild: KEYSTONE/Alessandro Della Bella)
Von 2008 bis 2010: Alt Bundesrat Christoph Blocher (SVP) sprach im Januar 2008 in der Arena mit Moderator Reto Brennwald (rechts). (Archivbild: KEYSTONE/Steffen Schmidt)Von 2008 bis 2010: Alt Bundesrat Christoph Blocher (SVP) sprach im Januar 2008 in der Arena mit Moderator Reto Brennwald (rechts). (Archivbild: KEYSTONE/Steffen Schmidt)
Von 2011 bis 2013: Urs Wiedmer (rechts) leitet im Wechsel mit Sonja Hasler die Diskussionsrunden der Arena. Seit Januar 2016 ist er Kommunikationschef im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).Von 2011 bis 2013: Urs Wiedmer (rechts) leitet im Wechsel mit Sonja Hasler die Diskussionsrunden der Arena. Seit Januar 2016 ist er Kommunikationschef im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).
Von 2011 bis 2014: Sonja Hasler moderierte die Arena drei Jahre lang. Von 2011 bis 2013 leitete sie die Sendung zusammen im Wechsel mit Urs Wiedmer. (Archivbild: Ralph Ribi)Von 2011 bis 2014: Sonja Hasler moderierte die Arena drei Jahre lang. Von 2011 bis 2013 leitete sie die Sendung zusammen im Wechsel mit Urs Wiedmer. (Archivbild: Ralph Ribi)
Von 2014 bis 2019: Jonas Projer führte rund fünf Jahre als Moderator durch die Arena, nun ist Schluss damit. Spätestens per 1. September 2019 wechselt der TV-Moderator zu Ringier, wo er in der Blick-Gruppe die Leitung des Projekt «Blick TV» übernehmen wird. (Archivbild: KEYSTONE/Ennio Leanza)Von 2014 bis 2019: Jonas Projer führte rund fünf Jahre als Moderator durch die Arena, nun ist Schluss damit. Spätestens per 1. September 2019 wechselt der TV-Moderator zu Ringier, wo er in der Blick-Gruppe die Leitung des Projekt «Blick TV» übernehmen wird. (Archivbild: KEYSTONE/Ennio Leanza)
Seit 2019: Von der «Rundschau» zur «Arena» – Sandro Brotz wird der Nachfolger von Jonas Projer. Im Mai wird der 49-Jährige voraussichtlich durch die erste Sendung führen. (Bild: SRF)Seit 2019: Von der «Rundschau» zur «Arena» – Sandro Brotz wird der Nachfolger von Jonas Projer. Im Mai wird der 49-Jährige voraussichtlich durch die erste Sendung führen. (Bild: SRF)
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Von 1993 bis 2019: Das waren die bisherigen SRF-Arena-Moderatoren

SRF verteidigt Brotz

Bei SRF weist man die Anwürfe zurück. «Sandro Brotz ist in alle Richtungen gleich kritisch», sagt Mediensprecher Stefan Wyss.

Als «absurd» bezeichnet Wyss die Behauptung Zanettis, wonach die SRG sich für die kritischen Worte Röstis rächen wolle. «Sandro Brotz übernimmt die Arena aufgrund seiner journalistischen Kompetenz.»

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