Krankenversicherung

Einheitskasse: 56 Prozent sind bei geheimer Umfrage dafür

Ärger für die Krankenkassen: Die Einheitskasse geniesst in der Bevölkerung derzeit eine Mehrheit. Das hat eine vom Forschungsinstitut GFS Bern im Juli durchgeführte Umfrage bei rund 1200 Personen ergeben.

Drucken
Teilen
Bundesrat Berset muss noch viel Überzeugungsarbeit im Volk gegen Einheitskasse leisten.

Bundesrat Berset muss noch viel Überzeugungsarbeit im Volk gegen Einheitskasse leisten.

Keystone

Gemäss Informationen der «Schweiz am Sonntag» stimmen 56 Prozent derjenigen, die auch wirklich zur Urne gehen wollen, der Einheitskasse eher oder bestimmt zu. Der Kassenverband Santésuisse, der die Umfrage mit in Auftrag gegeben hat, wollte sich auf Anfrage nicht zu den Zahlen äussern.

Verbandssprecher Paul Rhyn betont allerdings, dass «der Trend der Zustimmung nach unten zeigt». Auf die Kassenverbände Santésuisse und Curafutura wartet also noch viel Arbeit, insbesondere auch weil auch bürgerliche Politiker - genervt vom Non-Stopp-Lobbying der Krankenkassen im Parlament - mit der Einheitskasse liebäugeln. So zum Beispiel die Aargauer FDP-Präsidentin Christine Egerszegi.

Geld für Werbekampagne von Versicherten

Für die Abstimmungskampagne wollen die Gegner der Einheitskasse unter der Leitung der FDP vier bis fünf Millionen Franken ausgeben, wie Santésuisse-Präsident Christoffel Brändli diese Woche der «Nordwestschweiz» sagte. Der Anteil der Versicherer werde sich aber «höchstens drei Millionen belaufen». Das Geld soll aus den Zusatzversicherung stammen.

Trotzdem: Die Polemik, ob auch Geld aus der obligatorischen Grundversicherung in Abstimmungspropaganda fliesst, ist vorprogrammiert. Die Kassen haben zudem noch einen weiteren Nachteil, wie Brändli einräumt. «Unser Image ist ein Problem.» Die Abstimmung zur Einheitskasse findet wahrscheinlich 2014 statt.