EINSIEDELN: Weniger sexuelle Übergriffe in der Kirche

In der katholischen Kirche in der Schweiz hat die Zahl der Meldungen zu sexuellen Übergriffen im vergangenen Jahr markant abgenommen. 2012 wurden den Bistümern 9 Opfer und 9 Täter aus der Zeit von 1960 bis 2012 neu gemeldet. Im Vorjahr waren es 23 Opfer und 24 Täter.

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Vier der Opfer sind Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, die übrigen Meldungen würden Vergehen gegen Erwachsene betreffen, heisst es in einer Mitteilung der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) vom Donnerstag.

Nähere Angaben zu den Fällen machte die SBK nicht. Die Statistik wurde von einem Fachgremium der Bischofskonferenz, der Kommission «Sexuelle Übergriffe in der Pastoral», erstellt.

Derzeit bereiten die SBK und die Vereinigung der Höheren Ordensobern der Schweiz die dritte Ausgabe der Richtlinien «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» vor. Neu sollen die Bestimmungen auch für Klöster und Orden gelten, die nicht den Bistümern unterstehen, sagte SBK-Sprecher Walter Müller der Nachrichtenagentur sda.

Daneben handle es sich bei der Revision vor allem um formale Anpassungen. Die dritte Auflage werde publiziert und in Kraft gesetzt, sobald die förmliche Anerkennung durch den Papst erfolgt sei, sagte Müller weiter.

Im Jahr 2002 erliess die Bischofskonferenz spezielle Richtlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche. Die Vorschriften stellten die Interessen der Opfer, die Prävention von Missbrauch und das konsequente Vorgehen gegenüber Tätern in den Mittelpunkt.

sda/nop